Bolf!fd)uIe,
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(nuten: unfre Bolf!fißule ift eine grucßt ber d^riftlic^en SRenfdßenliebe. SDa! ßßriften»tum l;at nämlidß jwar feine!weg! bie fdßroffen Unterfdßiebe ber gefettfcßaftlidßen ©tänbeaufgehoben, nid^t einmal bie ©Hauerei hat e! burriß ein unmittelbare! ©ebieten ab»gefdjafft; aber ba! ©ßriftentum fennt fein 2lnfeßen ber ißerfon uor ©ott, ^uben unb©riecf;en, Inerte unb fyreie, Weife unb llnroeife finb gleichermaßen berufen 31t bem<5ei[ in ©ßrifto, ben 2lrmen rairb ba! ©uangelium geprebigt, jebe 9Renfd;en[eele iftroert geachtet in ©otte! 2lugen. 2fu! biefer bem djriftlid;en ©tauben innemoßnenben©runbanfd;auung gieng ba! ©efüßl ber Pflicht ßeruor, fidß ber llnroiffenben ebenfoanguneljmcn mie ber leiblid; 2lrmen unb ©lenben, unb ein ißaulu! l)at nidjt bloßuor fd;riftgeleßrten Sü'ben in ben ©pnagogen, nidft bloß in 2ltßen uor pßilofopßifd;geridjteten §örem fein ©uangelium uerfiinbigt, fonbern audj einen entlaufenen ©fla=uen (f. Brief an fßßilemon) im ©ßriftentum unterrichtet, unb bort in ^orintß ,,nidßtuiel Weife nadj bem fyleifd;" 311 Sdjülern gehabt. 2lllerbing! ßanbelte e! fid) batttal!jumeift uom Unterrichten Grwadßfener; aber je mehr ba! G^vifteirturrt fich au!breitcteunb djriftlidß geworbene J-amilien in ©etneinben fammelte, je mehr auch fatn ba!„Weibe meine Sämntcr" jur ©eltung, uomeßtnlid) jur Vorbereitung ber fperanmacßfen»ben auf ben Empfang ber STaufe, unb bie ©efdjidjte ber $ated;etenfcßule in Sllepan»brien beroeift e!, mie feßr bie namhafteften cßriftlicßen ©eiehrten fid^ ben Unterrichtber Äatedjumenen haben angelegen fein laffen. !yn SDeutfdßlanb allerbing!, nachbem.c! burdh Bottifaciu! eng an ba! römifdje $ircßenwefen gefettet roorben, fcheint lange^eit bie Untermeifung be! Voll! ficß faft allein auf bie rituelle ©eite be! ©otte!»bienfte! befd;ränft ju haben; unb ber uielnerfprechenbe 2lnlauf, weldßen $arl ber ©roßemit ©rrid;tung uon BolÜfcßulen genommen, ift jwar feine!meg! oßne fyrudßt geblieben;aber feine gbrtbilbung unb 2lu!breitung würbe burcß bie ftaatlicßen unb (riegerifdßenBewegungen ber folgenben ^aßrßunberte uerfümmert. *) 2Tud^ finben ficß ©purenuon ©cßulen, bie auf wirflid;e Untermeifung in ber cßriftlicßen £eßre sielten, „batnitba! nocß ’ n fielen .fjer^en glimmenbe iSpeibentum baburcß gän^Iicß erlöfdft werbe"(1270 be! ©rjbifdjof! Engelbert III. uon $öln „©ajungen be! Lüfter! unb ©d;ul=meifter!". ©! follten bie Äinber im Sefen unb ©cßreiben unterrichtet werben unbbie ©d;ulpflid;t würbe burd; Strafanbroßung an bie ©Item aufredjt erhalten. ©. u..^eifert, bie öfterrekßifcße Bolf!fd;ule I. ©. 35, fpeppe, ©efcßidfte be! beutfcßenBotf!fcßulmefen! I.; eine organisierte pflege berfelben burd) förmlidßen Unterricßtwirb aber feiten unb mager genug gewefen fein. 3jn ben ©tobten allerbing! befanbenficß wäßrcnb be! 9Rittelalter! beutfdße ©rißreib» unb Recßenfcßulen, eine'©inridßtung, an welcße bie Reformatoren anfniipften, foferne ben ©cßulen auferlegtwürbe, baneben aucß beutfdße Vfalmen, beutfcße ©prüd;e au! ber ©djrift unb $ate»cßi!mu! ju leßren; e! finb jebocß biefe ©deuten meßr au! bem Bebürfiti! be! ftäbti»fd;en Seben!, au! ber ©orge für ben ©ewerbe unb fpanbel treibenben Steil ber Be»uölferung entfpntngen, benn au! bem Beftreben für ba! Bolf im ganjen eine Bil»bung!gelegenßeit 3U fdßaffen.
©emößnlicß rechnet man ben eigentlichen 2lnfang unferer Bolf!fd;ule uon berReformation an; unb in gewiffem ©inne mit Reißt. (©. b. 2Trt. ReformationB. VII. ©. 342.) Rur barf man ficß nid;t uorftellen, al! wäre bie ©ntroicfelungberfelben fo leicßt oonftattcn gegangen, ober al! hatte man fdßon bamal! alle bie■Biele uor 2fugen geßabt, welcße ba! neuere ©cßulwefen fid; geftedt fießt. ©! galtin ber Refonnation!3eit reißt wefentlicß, für ©taat unb $ircße bie nötigen ©ienerl)eran3U3ießen unb alfo für (ateinifdße ©d;ulen 31t forgen; biefer ,3wed: aber faßtenba unb bort gefäßrbet 31t werben, wenn man bie beutfdße ©cßule begünftigte, unb fofonnte e! benn gefdßeßen, baß 3. B. im 2ja[;r 1546 §er§og lllricß uon Württemberg
*) ©pecßt, ©efcbtcßte be! Unterridßt»roefen! in SDeutfdßtanb uon ben älteften Seiten 6tS3 ur Witte be! breijeßnten Sabrbunbert! (Stuttgart, 1885); befonber! S. 15 ff.
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