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9 (1887) Spanien - Vives
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Spanien.

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öffentliche sein sollen. Ortschaften von weniger als 500 Seelen sollen sich znsammen-thun, um eine Schulgemeinde zu bilden und eine vollständige Primärschule einzurichten,vorausgesetzt, daß die örtlichen Berkehrsverhältnisse es möglich machen; im entgegengesetztenFall kann jede eine unvollständige Primärschule, oder wenn auch dies nicht angeht, einebloß zeitweilige Schule (ssouelu tomxoruäu) einrichten. Die unvollständige Schule wirdversehen durch einen Lehreradjunkten, die zeitweilige durch einen Lehramtskandidaten*)unter der Leitung eines ordentlichen Lehrers der nächsten vollständigen Schule.**) Inden Hauptstädten der Provinzen und in den Städten mit 10 000 Einwohnern muß eineder öffentlichen Primärschulen eine höhere sein. Außerdem ist es den Ayuntamientos frei-gestellt, solche höhere Schulen an Orten von minder hoher Bevölkerungszahl einzurichten,aber ohne daß darum die Unterhaltung von elementaren Primärschulen vernachlässigtwerden dürfte (Art. 104). Die osouolas äo los parvulos entsprechen dendeutschen Klein linder sch ulen, Kinderbewahranstalten u. s. w. (in französischen LandensaUos ä'asllo oder öoolos garäisnnos genannt). Man nimmt darin Kinder von zweibis sieben Jahren auf. Das Gesetz von 1857 will, daß man solche Kleinkinderschuleneröffne in den Städten von 10 000 Einwohnern und darüber.***) Außerdem finden sich

*) Uasants, eigentlich einer, der nur einen vorübergehenden Aufenthalt nimmt. Mannennt in Spanien xasantss überhaupt solche, welche nach Beendigung ihrer Studienzeit unterder Leitung eines Praktikers die praktische Seite ihres Berufs erlernen. S- Rsükass, I/Lspaguoen 1811. 8. D I. p. 362.

**) Die Gesetzgebung von 1868 vertraute diese Aufsicht dem Pfarrer oder seinem Koadjutoran. Die gegenwärtige Negierung hat sich beeilt, diese Einrichtung abzuschaffen, welche in derSchulwelt im h öchsten Grade unbeliebt war. Die Lehramtskandidaten beschwerten sich allgemein,daß man die von ihnen erworbenen Rechte nicht anerkenne. Im Eingang des Dekrets vom14. Okt. heißt es:Eines der auss konsequenteste von dem Gesetz des 2. Juni angewandtenMittel, um den Primärunterricht auf den kläglichen Zustand zurückzuführen, sin dem er sich infrüheren Jahrhunderten befand, ist das gewesen, daß man den Lehrern Ansehen, Würde undUnabhängigkeit entzog. Man hat ihnen Mistrauen gezeigt, und willkürliche Verpflichtungenauferlegt; man hat sie einer erniedrigenden Beaufsichtigung unterworfen und ihre Existenzverbittert, indem man selbst gegen ihre unschuldigsten Worte und Handlungen Argwohn erregte.In Gemeinden unter 50» Seelen hat man ihnen ihr Amt genommen und an ihrer statt denPfarrern übertragen, die, ihre persönliche Befähigung mochte sein welche sie wollte, den Primär-unterricht auch ohne genügende Vorbereitung und ohne natürliche Befähigung versehen zu könnenglaubten. Da die meisten den pädagogischen Studien fremd waren, viele sich gegen die Über-nahme dieses Amtes wegen der Unmöglichkeit, es auszuüben, sträubten, und alle mit der Er-füllung ihrer eigenen Amtspflichten beschäftigt waren, so konnten sie die Lehrer nicht genügendersetzen, welche die Erziehung der Kinder als den ausschließlichen Gegenstand ihrer Bemühungen,als die hauptsächlichste und zuweilen wol als die einzige Grundlage ihrer Hoffnungen be-trachteten".

***) Man lehrt in ihnen Lesen, Rechnen, die heilige Geschichte und Singen, was freilichmit dem richtigen Begriff der Kleinkinderschule, in welcher nicht eigentlich gelernt werdensoll, nicht wol vereinbar ist. Vgl. d. Art. Kleinkinderschulen Bd. IV, S. 29 ff. Doch fügenwir gerne ans einem Berichte des Majors v. Hailbronner in seinemMorgen- und Abend-blatt" (vgl. Päd. Revue, 1842, Bd. 4, S. 358 f.) folgende ansprechende Schilderung einerMadrider Kleinkinderanstalt hinzu:Die Kinder sind im Alter von zwei bis zum vollendeten

sechsten Jahre etwa 150 in jeder Schule, und ich habe nie blühendere Jugend gesehen. Beidem frühe sich entwickelnden Feuer dieser Nation mußte das echte Streben dahin gerichtet sein,ihnen Lust zum Lernen einzuflößen und die ungeheure Entsittlichung, welche alle Stände durch-drungen, machte es nötig, vor allem auf das Herz zu wirken und Liebe zur Religion hervor-zuruscn. Beide Aufgaben sand ich hier gelöst, die Kinder brennen vor Verlangen, zur Schulezu gehen, wo sie spielend lernen und lernend spielen, denn Gesang, Frage, SpazierengehenSpiel, alles wechselt rasch und in kurzen Zwischenräumen, so daß niemals eine Ermüdung oderAbspannung sichtbar ist. Man muß diese reizenden, holden Kinder mit ihren glänzenden dunkelnAugen auf der Estrade sitzen sehen, wie sie mit dem gewöhnlichen raschen Geiste dieses Volkesdie Antworten auf die Fragen des Lehrers vom Munde wegschnappen, wie sie die biblischenbeschichten an der Wand so geschwätzig hcrerzählcn oder Zahlen und Buchstaben nennen, dannwider mit komischem Ernst nach Worten mit einem gegebenen Anfangsbuchstaben sinnen oderim Unisono die schönen christlichen Gesänge mit voller Kehle absingen, die ihnen Martine; de la

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