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Vcrgerius und Vegius.
heidnischen Dichtern und Rednern Bildsäulen zu errichten seien, einen tief einschneidendenAngriff zu richten, der allgemeinen Beifall fand und auch den strengen Bandenführer sobeschämte, daß er die Statue wider Herstellen ließ und selbst Verse machen lernte. (DieSchrift ist fälschlich auch dem Guarino beigemessen worden.) Im Jahre 1393 wurdeVergerius Professor der Logik in Padua und gelangte nun als Gelehrter zu solcherGeltung, daß er im Jahre 1404 zu gleicher Zeit Magister der Philosophie, der Medizinund beider Rechte wurde. Sein Fürst zeichnete ihn durch das höchste Vertrauen ausund zog ihn in den wichtigsten Angelegenheiten zu Rate. Als aber freilich Francesco inbedenkliche Verwicklungen mit Venedig geriet und nur in schleunigster Verständigung mitder mächtigen Republik die Möglichkeit einer Rettung für ihn lag, verlor Vergerius,weil er zu solcher Verständigung riet, das Zutrauen des verblendeten Fürsten; ja derZorn desselben nötigte ihn zur Flucht aus Padua. Er wandte sich nach Venedig, unddie rasch sich entwickelnden Thatsachen bewiesen, daß er mit Recht einen Bruch gefürchtethatte. Zu derselben Zeit, wo das Haus della Scala in Verona durch die Macht derBenetianer zu Grunde gieng, erlag auch die Dynastie der Carrara in Padua. Francesco II.fiel am 14. November 1405 in die Hände der Benetianer und wurde 1406 in einemKerker der Lagunenstadt erdrosselt; mit ihm endeten auf gleich schreckliche Weise zweiSöhne, Francesco und Giacomo. Ein dritter, Marsiglo, wurde noch 1424 ein Opferder venetianischen Politik.
Vergerius ist der Geschichtsschreiber des unglücklichen Fürstengeschlechts geworden(S. Vitus krineipniu Oarrarisusium bei Nuratori Loriptt. rsr. Ital. 1. XVI). Erstand eben im Begriffe, in seine Vaterstadt zurückzukehren, als sein früherer LehrerZarabella an der Spitze einer Gesandtschaft in Venedig erschien, um Padua der Republikzu übergeben. Mit diesem kehrte er nun nach Padua zurück, und seitdem blieb er ander Seite des bedeutenden Mannes, der zu den höchsten kirchlichen Würden emporstieg.Als derselbe 1415 im Auftrag des Papstes Johann XXIII. um die Zeit der Eröffnungdes Kostnitzer Konzils, zugleich mit I. von Challant und Chrysoloras, an den KaiserSigmund gesendet wurde, schloß Vergerius sich an und gewann bei dem kurzen Aufenthalteam Hofe die ganze Gunst des Monarchen. Ob er dann auch an der Reise teilgenommen,welche Sigmund antrat, um den hartnäckigen Papst Benedikt XIII. zu der vom Konzilgewünschten Nachgiebigkeit zu bestimmen, ist zweifelhaft; dafür steht fest, daß er beimKaiser in hohem Ansehen sich behauptete. Als er im Jahre 1417 seinen verehrtenGönner Zarabella durch den Tod verloren und dann dessen Leichnam nach Padua gebrachthatte, schied er für immer von Italien, um sich an den Hof Sigmunds zu begeben;diesem folgte er 1419 nach Ungarn, und dort scheint er auch 1428 gestorben zu sein.*)
Wir dürfen sagen, daß sein Aufenthalt am Kaiserhose einen ersten Schimmerhumanistischer Bildung in die von Sigmund beherrschten Länder gebracht habe. Fürdiesen hat er auch in einfachem und schmucklosem Stil eine später verloren gegangeneÜbersetzung des Arrianos gearbeitet (vgl. über dieselbe Schweminski S. 3).
Für uns ist er Gegenstand der Aufmerksamkeit besonders durch seine pädagogischeSchrift äs ivAsnuis moribus st libsralibns stnäiis aä Dbsrtiunm 6arrarisussm. Alserste Ausgabe wird die von Brescia 1485 aufgeführt; andere folgten 1490, 1497, 1502;die letzte ist die Leipziger vom Jahre 1604 in 12. Die Schrift fand auch wegen ihrergeschmackvollen Darstellung großen Beifall und scheint selbst beim Schulunterrichte gebrauchtworden zu sein. Wir geben aus ihr im folgenden eine Zusammenstellung seiner päda-gogischen Grundsätze. Die Bedeutung derselben im allgemeinen dürfte schon Brückersehr treffend in folgenden Worten bezeichnet haben: Dum jnvsututi morum st boussta-rum äissixliuarum prassspta traäit, ita institutiousm baue äisoipulo eommsuäat,ut xatsat, bumaui sum auimi uaturam, vitia, smsuäatiouein ita psrsxsxisss, nt
*) Dem Kardinal hat er ein biographisches Denkmal gesetzt in seiner Lpistola äs vitaet obitu 2arabsIIas. Auch eine Vita kotrarebas hat er geschrieben.