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9 (1887) Spanien - Vives
Entstehung
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Vergerius und Vegius. l

S. 10 ff.). Je mehr auf solche Weise Haus und Schule, Kirche und Staat zur Be-thätigung und Förderung der Vaterlandsliebe Zusammenwirken, je mehr diese infolge da- >von als etwas bei einem wolorganisierten Volke sich von selbst Verstehendes erscheint, destomehr wird ihre Pflege und Äußerung vor tendenziöser Einseitigkeit und Absonderlichkeit »bewahrt bleiben, destomehr wird sie ihre Aufgabe darin erkennen, zur Förderung des aufeiner von Gott ihm verliehenen Anlage beruhenden Berufes unseres Volkes kräftig zuwirken, den inneren und äußeren Hemmungen dieses Berufes energisch zu begegnen, zu-gleich aber, wie es dem deutschen Wesen gemäß ist, die andern anzuerkennen, welche andem nach Gottes Weisheits- und Liebesplane zu fördernden Baue der Menschheit aufihre Weise mitzuarbeiten haben.

Zur Litteratur ist außer dem gelegentlich bereits Angeführten noch zu ver-gleichen: B. Brückner, Vs rsi obrlstianns onm oaiitato patriae neoessitnäme 1

oommöntatio. lüpsias 1859, das Beste über das Verhältnis des Christentums zur I

Vaterlandsliebe. — Ferner: G. Baur, Das deutsche Volk und das Evangelium. ,

Leipzig 1871. — C. Kock, Über nationale Erziehung. Anclam 1855. — G- Weber,

Das vaterländische Element in der deutschen Schule. Leipzig 1865. — Piderit, Überdie Pflege deutscher vaterländischer Gesinnung auf unfern Gymnasien. In: Beweis desGlaubens. III. Gütersloh 1867, S. 502 ff. — K. A. Schmid, Zwei Reden vater-ländischen Inhalts. Stuttgart 1870. — Pilz, die Erziehung unserer Jugend zurVaterlandsliebe. Cornelia. XIV. 1870, S. 5 ff. — Schlosser, Über nationale Er-ziehung. Frankfurt a. M. 1872; Ders., Heimatsliebe, Heimweh, Heimgang. Frankfurt j

a. M. 1876. — Thiele, Die Vaterlandsliebe des Christen und zwar in dieser unserer >

Zeit. Leipzig 1874. — E. Pfleiderer, Kosmopolitismus und Patriotismus. Berlin.

1874. — Köhler, Christentum und Nationalität. Vortrag in Frankfurt a. M. 1881.

— In das System der Pädagogik ist die Lehre von der Erziehung zur Nationalitätausgenommen in meinen Grundzügen der Erziehungslehre, 4. Ausl- 1887, S. 259 ff.

G. Baur. ^

Vergerius (Petrus Paulus) und Vegius (Mapheus). Gehören beide Männer ^

auch nicht so eng zusammen, wie die von uns in einem folgenden Artikel verbundenenVittorino und Guarino, so erscheint es doch als durchaus angemessen, diese beiden ältestenVertreter der humanistischen Pädagogik in ähnlicher Weise zu besserer Vergleichung nebeneinander zu stellen. Gewiß verdienen beide, die in der Geschichte der Pädagogik langeungebürlich vernachlässigt worden sind, in diesem Werke einen Platz. In den älterenencyklopädischen Werken (von Bayle, Moreri, Jöcher), auch in Brückers Geschichte derPhilosophie ist ihrer mit Anerkennung gedacht. Das Beste aus neuerer Zeit zu ihrerWürdigung bietet Schweminski, P. P. Vergerius und M. Vegius. Posen 1858.

4. (Programm). Vgl. Georg Voigt, die Widerbelebung des klassischen Altertums oderdas erste Jahrhundert des Humanismus. 2. Ausl. Berlin 1880—1882. 8.

Vergerius (Bergerio) war 1349 zu Capo d'Jstria geboren und Sprößling eines >edlen Geschlechts. Zu wissenschaftlicher Ausbildung gelangte er in Venedig und Padua. ^An der berühmten Universität der letzteren Stadt widmete er einerseits der Philosophie,andererseits der griechischen Sprache — und hierbei war Emanuel Chrysoloras sein >Lehrmeister — die ganze Kraft; in Florenz aber, wohin er später sich begab, führte ihnFranc. Zarabella in die Rechtswissenschaft ein. Dann kehrte er nach Padua zurück, dessenFürstenhaus seine Tüchtigkeit zu schätzen wußte. Er wurde am Hofe der Carrara deramtliche Redner und Festpoet und sah dann bei dem jüngeren Francesco, der im Jahre1388 seinem Vater, dem älteren Francesco, gefolgt war und zwei Jahre später das vondem Vater verlorene Padua wider gewonnen hatte, sein Ansehen so befestigt, daß er indie Stellung eines Erziehers der fürstlichen Kinder eintreten konnte. In solcher Gunststehend, konnte er im Jahre 1393 es wagen, gegen den rauhen Kriegsmann Carlo ;

Malatesta von Rimini, der nach der Einnahme von Mantua die Bildsäule Virgils vom !

Marktplatze dieser Stadt hatte wegnehmen lassen, weil wol christlichen Heiligen, aber nicht