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Vaterlandsliebe.
punkte, welche dabei festzuhalten sind, weiß ich nicht bündiger bemerkbar zu machen, alses von Piderit (a. a. O. S. 514) geschehen ist: „Hat nicht dieser Unterrichtszweigunzweifelhaft die Aufgabe, den Schüler in die ältesten Wohnstätten seiner heidnischenVorfahren zu führen und ihn deren Leben und Sitte, die heiligen Haine und die Gott- !Verehrung, die deutschen Rechtsordnungen und Gesetze, ihr Heerwesen und ihre Familie,ihre Heimatsliebe und ihre Wanderlust, ihren Ernst und ihre Standhaftigkeit zu zeigen,wo und wie oft alles das in den bestimmten Erscheinungen und Thatsachen zutagetritt? Und wenn an ihrer, der deutschen Geschichte, Hand der Schüler dann weiter geht,wird er nicht vor allem dann von ihr zu hören haben, welch wunderbare Wirkungenvom Hellen Himmelslicht des Evangeliums, ja von ihm selbst, dem heiligen Friedens- ^
kind, dem kraftreichen Christ, der der Geborenen stärkster, aller Könige kräftigster ist, indie deutschen Lande und Herzen ausgegangen sind; wenn von der Sachsen und anderer j
deutscher Stämme Bekehrung, von den gewaltigen Fürsten und Königen, die Deutschlands I
Stolz und Ehre, von den Rittern und Helden, von den Burgen und Städten, den er- !
hebenden Beispielen von Glaubensmut und Edelsinn, von Hochherzigkeit und Treue die ^
Rede ist? Ist es denn nicht, als ob sie aus ihren Gräbern auferständen und leibhaftigvor unsere Augen träten, die gewaltigen Gestalten mit ihrer Demut vor Gott demHerrn, dem Könige der Ehren, wie init ihrer Herzensfestigkeit und Siegesfreudigkeit, jamit ihrem lebendigen, überall durch die That bewährten Bekenntnis zu dem, dem alleGewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden; — und üben sie dann nicht, diese her-vorragenden lebensvollen Persönlichkeiten, ihre personbildende Kraft auch dadurch aus, daßsie uns zu gleicher Gesinnung zu entzünden suchen? Wenn es dann auch, wie das nicht I
anders sein kann, oftmals durch dunkle Zeiten und wüste, öde Stätten hindurchgeht:einige Sterne leuchten doch immer, den einsamen Pfad zu erhellen; — ja noch mehr,auch in solchen Zeiten redet die deutsche Geschichte vor allem eine Sprache, die unserinnerstes Leben erfaßt: sie verkündigt von den traurigen Zeiten der zweiten Hälfte desMittelalters bis zu den Schrecken des deutschen Krieges und von da bis zur Fremd-herrschaft — und andererseits wider vom 31. Oktober 1517 bis zum 24. Oktober IK18 soder vom 2. Februar bis zum 18. Oktober 1813 und zum 18. Juni 1815 (und, wiewir jetzt hinzusetzen können, von da weiter bis zum 2. September 1870 und zum18. Januar und 10. Mai 1871) sowol die Gerichte Gottes an dem Volke seines Eigen-tums, wenn es von dem abläßt, der seines Lebens einziger Hort ist, als auch seine all-mächtige rettende Hilfe, wenn wir uns wider zu ihm wenden, der unser alleiniger Retterist im Leben und im Tode." Auch in der Volksschule wird sich, wenn auch keine be-sondere Geschichtsstunden angesetzt werden können, im Anschlüsse teils an die biblische Ge-schichte und die Darstellung der Hauptepochen in der Entwickelung der Kirche, teils andas Lesebuch Gelegenheit finden, die Schüler mit den bedeutendsten Ereignissen, Männernund Thaten der vaterländischen Geschichte bekannt zu machen, und wenn wir das Lebender alten Deutschen, wie es namentlich von Tacitus geschildert wird, und ihres erstenZusammenstoßes und der darauf folgenden Kämpfe mit den Römern gedenken, der Ver-breitung des Christentums unter den germanischen Völkern, des unter inneren und äußerenKämpfen gegründeten Reiches Karls des Großen, der Größe des Mittelalters, wie sie inder Doppelmacht des Kaisers und Papstes, dem Rittertum, der deutschen Kunst, dem s
Bürgertum und Städtewesen hervortritt, dann des Verfalls der Kirche, des Jahrhunderts ^
der Erfindungen und Entdeckungen, der Reformation und ihrer Helden, des dreißigjähri- ^
gen Krieges, der traurigen Abhängigkeit Deutschlands vom Auslande, des allmählichen, l
aber stetigen Heranwachsens Preußens zu Deutschlands Vormacht, der geistigen Erhebungdurch unsere großen Dichter und Weisen, und der nationalen Erhebung in den Be-freiungskriegen, sowie des letzten Krieges mit Frankreich: so wird damit im wesentlichendasjenige bezeichnet sein, was auch den Zöglingen der Volksschule nicht unbekannt bleiben ^
darf, wenn sie als Deutsche sich fühlen sollen, und was auch teils in öffentlichen Denk- ^
mälern, teils in seinen bis heute fortdauernden Nachwirkungen seinen lebendigen An- >