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Vaterlandsliebe.
barvolke gegenüber, welches gerade den entgegengesetzten Weg gegangen war und der Er-haltung und Vollendung seiner politischen Konzentration den auch in seiner Mitte neuerwachten evangelischen Glauben zum Opfer gebracht hatte. Aber der schließliche Erfolghat gezeigt, daß das Trachten nach dem Reiche Gottes auch für die Reiche dieser Weltein durch keine politische Klugheit zu ersetzender Segen ist; und es sind dem deutschenVolke aus seiner treuer bewahrten Verbindung mit dem Evangelium geistige Güter er-wachsen, kraft deren es endlich doch über den mächtigen und stolzen Rackbar als derStärkere gekommen ist; und wer Augen hat zu sehen, der muß erkennen, wie unseremVolke in seinem Kampfe mit dem ersten und mit dem dritten Napoleon die geistlicheWaffenrüstung, welche das Evangelium seinen Bekennern darreicht (Ephes. 6, 10—>7),als mächtigste Hilfe zur Seite gestanden hat, denn „nicht die Gewalt der Arme, nochdie Tüchtigkeit der Waffen, sondern die Kraft des Gemütes ist es, welches Siege er-kämpft" (Fichte). Bon diesem heiligen Berufe des deutschen Volkes zeigt auch Fichte,obwol er auf das Verhältnis unseres Volkes zum Evangelium nicht ausdrücklich sich be-zieht, doch tatsächlich in seinen Reden sich durchdrungen, wenn er sagt (8. Rede S. 195ff.):„Dies ist in höherer vom Standpunkt der Ansicht einer geistigen Welt überhaupt ge-nommener Bedeutung des Worts, ein Volk: das ganze der in Gesellschaft miteinanderfortlebenden und sich aus sich selbst immerfort natürlich und geistig erzeugenden Menschen,das insgesamt unter einem gewissen besonderen Gesetze der Entwickelung des göttlichen
aus ihm steht.-Der Glaube des edeln Menschen an die ewige Fortdauer seiner
Wirksamkeit auch auf dieser Erde gründet sich demnach auf die Hoffnung ewiger Fort-dauer des Volks, aus dem er selber sich entwickelt hat, und der Eigentümlichkeit desselbennach jenem verborgenen Gesetze: ohne Einmischung und Verderbung durch irgend einFremdes und in das Ganze dieser Gesetzgebung nicht Gehöriges. Diese Eigentümlichkeitist das Ewige, dem er die Ewigkeit seiner selbst und seines Fortwirkens anvertraut, dieewige Ordnung der Dinge, in die er sein Ewiges legt; ihre Fortdauer muß er wollen,denn sie allein ist ihm das entbindende Mittel, wodurch die kurze Spanne seines Lebenshienieden zu fortdauerndem Leben ausgedehnt wird. Sein Glaube und sein Streben, Un-vergängliches zu pflanzen, sein Begriff, in welchem er sein eigenes Leben als ein ewigeserfaßt, ist das Band, welches zunächst seine Nation und vermittelst ihrer das ganzeMenschengeschlecht innigst mit ihm selber verknüpft, und ihrer aller Bedürfnisse, bis ansEnde der Tage, eingeführt in sein erweitertes Herz. Dies ist seine Liebe zu seinem Volk,zuvörderst achtend, vertrauend, desselben sich freuend und mit der Abstammung daraussich ehrend. Es ist Göttliches in ihm erschienen und das Ursprüngliche hat dasselbegewürdigt, es zu seiner Hülle und zu seinem unmittelbaren Verflößungsmittel in die Weltzu machen; es wird darum auch ferner Göttliches aus ihm Hervorbrechen. Sodann thätig,wirksam, sich aufopfernd für dasselbe. Das Leben, bloß als Leben, als Fortsetzung deswechselnden Daseins, hat für ihn ja ohnedies nie Wert gehabt, er hat es nur gewolltals Quelle des Dauernden; aber diese Dauer verspricht ihm allein die selbständige Fort-dauer seiner Nation; um diese zu retten, muß er sogar sterben wollen, damit diese lebe,
und er in ihr lebe das einzige Leben, das er von je gemocht hat.-Volk und
Vaterland in dieser Bedeutung, als Träger und Unterpfand der irdischen Ewigkeit undals dasjenige, was hienieden ewig sein kann, liegt weit hinaus über den Staat im ge-wöhnlichen Sinn des Worts, — über die gesellschaftliche Ordnung, wie dieselbe imbloßen klaren Begriffe erfaßt und nach Anleitung dieses Begriffs errichtet und erhaltenwird.-Dieses alles ist nur Mittel, Bedingung und Gerüst dessen, was die Vater-
landsliebe eigentlich will, des Ausblühens des Ewigen und Göttlichen in der Welt, immerreiner, vollkommener und getroffener im unendlichen Fortgange. Eben darum muß dieseVaterlandsliebe den Staat selbst regieren als durchaus oberste, letzte und unabhängigeBehörde." Die deutsche Jugend muß dazu erzogen werden, daß sie ihr Volk liebe undihre Abstammung von ihm als ihre Ehre schätzen lerne um der weltgeschichtlichen undinsbesondere um der davon nicht zu trennenden religionsgeschichtlichen Mission willen, zu