Türk.
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ihres Handwerks als die Hauptsache betrachten und dieses leider nur zu oft thun muffen,wenn sie nicht hungern wollen. Eine Methode, wenn man anders diesen Ausdruck mis-brauchen will, um die notdürftige, erbärmliche Anwendung eines schon an sich höchstwidersinnigen Schlendrians zu bezeichnen — die nur darauf hinausläuft, das Gedächtnisdes Kindes mit ihm unverständlichen Stellen und Sätzen des Katechismus und der Bibelzu überladen, es notdürftig buchstabieren und lesen zu lehren (an Schreiben und Rechnenist oft gar nicht zu denken), währenddem Kopf und Herz gleich leer und die Hände un-beschäftigt bleiben." S. 24. An anderer Stelle beschreibt er die „Schulhalter" nochnäher als: „invalide Soldaten, verdorbene Schreiber, Wirte und Bedienten." S. 63.Ebenso unerschrocken ist er in seiner Polemik gegen den von ihm beschriebenen Zustandund diejenigen, die ihn verschuldet haben: Man sieht auf luftige, geräumige Ställe fürdas Vieh, auf tüchtigte Knechte und Mägde zu dessen Wartung, auf Reinlichkeit — derGutsherr besucht nicht selten selbst seine Ställe, tadelt, bessert und ordnet an, wo es fehlt,aber die Schulstube, der Ort, wo seine künftigen Untergebenen erzogen, gebildet werden?Es sagte einst ein würdiger Menschenfreund: man fordere doch für die Menschen vorerst— nicht Menschen-, sondern Pferderechte — so wirds schon gut um sie stehen." S. 26.
Aus seinen Reformvorschlägen heben wir nur zur Charakterisierung der Zeit unddes Landes den hervor, das Einkommen des Landschulmeisters einschließlich der Wohnungund der Naturalien auf 65 Thlr. jährlich heraufzubringen, S. 79; ein Ansatz, dem erwegen seiner Höhe selbst kein günstiges Prognostikon zu stellen scheint.
Im weiteren Verlauf seiner Arbeit für die mecklenburgischen Schulen steigerte sichsein Interesse für Erziehung und Unterricht in dem Maße, daß er sich entschloß, einegrößere Schulreife zu unternehmen, um Tillich, Olivier, Pöhlmanu und vorzüglichPestalozzi persönlich kennen zu lernen. Er borgte sich das nötige Geld und machte sicham 10. Mai 1804 auf den Weg. Den Ertrag dieser Reise haben wir in Türks Buche:„Briefe aus München-Buchsee über Pestalozzi und seine Elementarbildungsmethode."Leipzig 1806. Unter den Biographen Pestalozzis hat namentlich Blochmann diese Briefe! benutzt und uns sehr interessante Auszüge aus denjenigen Teilen derselben gegeben, welchej das persönliche Verhältnis des Verfassers zu dem Gegenstände seiner Verehrung angehen.
- Sie geben aber außerdem auch eine ausführliche Anwendung der pestalozzischen Methode
auf den Unterricht in der Größenlehre und in der Sprache.
Nach sechsmonatlicher Abwesenheit traf Türk wider in Strelitz ein; er war bisjetzt ein freisinniger Philanthrop gewesen, aber doch, wie das aus seiner äußeren Stellungleicht erklärlich ist, bei alledem Absolutist geblieben; die Hofluft, die er seit mehr alseinem Jahrzehnt eingeatmet hatte, war seine Lebenslust; er hielt für natürlich, was er, sah und was er that. Das halbe Jahr, welches er in der Schweiz gelebt, hatte in seinen1 Lebensanschauungen eine radikale Veränderung hervorgebracht; Hoffeste kamen ihm vor
wie Komödien, das Whistspiel war ihm unerträglich. Er war fremd geworden in seiner
Heimat. Allerdings hatte er glänzende Aussichten, aber sie lockten ihn nicht mehr, denner sah wol ein, daß in dein engen Kreise, in den er gestellt war, sich auch von hoherStelle aus wenig wirken ließe, und es wurde ihm wol auch das klar, daß er mit seinenletzten Wünschen, wie Aufhebung der Leibeigenschaft, nicht würde durchdringen können.Das waren die Gründe, aus denen er den oldenburgischen Staatsdienst gegen den mecklen-burgischen Hof- und Staatsdienst eintauschte, aber auch ersteren sehr bald wider aufgab.
Türk siedelte Ende November 1805 nach Oldenburg über und empfieng, nachdemdie Externa geordnet waren, im Januar 1806 die Ernennung zum Justiz- und Kon-sistorialrat. Die kurze Ruhezeit hatte er benutzt, um Knaben und Jünglinge um sichzu sammeln und sie nach pestalozzischen Grundsätzen zu unterrichten. Es waren auchSeminaristen unter seinen Schülern, und aus diesen erzog er sich einen zu seinem Ge-hilfen. Diesen Unterricht setzte er auch nach seiner definitiven Anstellung fort, weshalbsich die Lehrer ain Gymnasium über Eingriffe in ihre Rechte beschwerten. Sie wurdenabgewiesen. Türk organisierte seinen Privatunterricht, so daß eine ordentliche Lehranstalt