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9 (1887) Spanien - Vives
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Trotzendorf.

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Trotzendorf. (Vgl. d. Art. Gelehrtenschulen II, 834. Humanismus rc. III, 639.Pädagogik V, 658, auch Baden I, 356. Schulleben VIII, 97.*) Valentin Friedland genannt

H Trotzendorf (Iroeeäortms) von einem Dorfe dieses Namens, eine Meile von Görlitz(jetzt Troilschenvorf), wo er 1490 geboren ist, gehört in die Reihe der großen Schul-männer des 16. Jahrhunderts, wie Sturm in Straßburg, Neander in Jlefeld, H.Wolf in Augsburg, Mylius in Görlitz, Fabricius in Meissen, welche alle aus der SchuleMelanchthons hervorgegangen sind (s. d. Art. Melanchthon IV, 926). Von seinenLebensumständen und seiner Thätigkeit als Schulmann erfahren wir das Wichtigste ausder: oratio äo Valsntino Vriälanäo I'roooäorko instanratoro et rootors sobolao 6-olt-borgeu8is rooitata Vltobsrgao a vooano oollozü xbilosopbiol, Nagistro LaläasaroRdavo Haumburgsnni Lilesio, oum äoeornoiotur Zraäus maZistorii xbilosoxbioi tri-ginta ooto bonostis ot ctootis viris 18 Lalonä. Loptomb. 1564. Der Redner ist einSchüler Trotzendorfs. Die Rede selbst in gutem Latein geschrieben zeugt von warmersiebe und Verehrung des Schülers. Der Vater, ein ehrbarer Landmann, suxorstitio-llibus ejus aetatis apxrimo ckväitus, stand mit Bettelmönchen in Verbindung; diesebemerkten in dem Sohne, der den Vater öfter zur Stadt begleitete, Lernbegierde undFähigkeit und veranlaßten den Vater, denselben dem Rektor der Schule in Görlitz zuübergeben. Ungeachtet er nun vom Vater, der seinen Sohn lieber für die Landwirtschaft ver-wenden wollte, bald, oum vlx Uterus no88s ot jüngere äiäioi886t, wider nach Hausegenommen wurde, setzte es doch die Mutter, guao tum äomuin 88 loro boatain xntabat,si vel 8Loeräotom vsl monaobum gouuissst, durch, daß er in seinem Geburtsort, a pU8toroet euetoäo pagi (dem Küster) im Lesen und Schreiben unterrichtet wurde. Als Schreib-material dienten ihm Birkenrinde (intorior bstulus oortox), Gänsekiele und der Kaminruß(kuligo imlumibuli utramsntuin suppoäitavit). Zwei Jahre dauerte dieser Privatunter-richt. Auf das unablässige Betreiben seiner Mutter wurde er nun um das Jahr 1508

wider in die Stadt gebracht, um sich ganz dem Studium zu widmen. Beim Abschied

ermahnte ihn die Mutter unter vielen Thränen:Lieber Sohn, bleib' ja bei der Schulen,"Worte, die er tief zu Herzen nahm als ein Gelübde seiner Mutter, welche ihn damit

dem Schulleben geweiht habe. In wenigen Jahren überholte er alle, auch die älteren

Mitschüler, angeleitet von einem tüchtigen Lehrer, M. Alexander Cuspinianus, der nachherin der Reformationsgeschichte Schlesiens eine Rolle spielte. Als im Jahre 1513 seinVater starb (seine Mutter war schon früher an der Pest gestorben), verkaufte er seinErbgut und begab sich nach Leipzig, wo er, emn oäi88ot burburiom sorinonis mouu8tioi,unter der Leitung des Petrus Mosellanus lateinischen und unter der Leitung des RichardCrocus aus England, gui gruoouo linguas 8tuäium in bas tsrras roo6N8 aääuxerat,griechischen Studien zwei Jahre lang mit bestem Erfolg sich widmete.**)

1516 nach Görlitz als baoealunrorw zurückgekehrt, unterrichtete er dort den Rektorund die Lehrer der Schule in den Elementen des Griechischen und las mit ihnen undden Schülern lateinische Autoren. Als nun bald darauf Luther gegen Tetzel auftrat,eilte er 1518 exeitus viri kaum nach Wittenberg***), wo er bei einem getauften Juden

' *) Quellen: Außer den im Verlaufe des Textes genauer angeführten und beschriebenen

unmittelbaren Quellen, den prsos-tiouoa, dem ronarium und der oatsobssin und den vonRaumer in der Gesch. d. Pädagogik I, S. 171180 verzeichnten abgeleiteten ist zu erwähnen:böschke, Val. Trotzendorf nach seinem Leben und Wirken. Breslau 1856, eine treffliche undausführliche Monographie, welche mit Liebe, Wärme und Begeisterung für die Sache und Persongeschrieben, zugleich mit gründlichem Fleiß alles zusammengesucht hat, was über Trotzendorf anverschiedenen Orten zerstreut zu finden war. Die von Raumer aufgeführte kleine Schrift vonbr. Gustav Pinzger enthält einen Auszug aus der oben angeführten Rede von BalthasarRhavuS und giebt in den Beilagen einige schätzenswerte Beiträge. Vgl. außerdem Bursian,Geschichte der klassischen Philologie in Deutschland. 1883. I, S. 203 f.

**) Bei Petr. Mosellanus hörte er unter anderem Lieoro äö orators und lernte die dreiBücher von Anfang bis zu Ende auswendig.

*") Drosendorf lautet sein Name in der Universitätsmatrikel.