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9 (1887) Spanien - Vives
Entstehung
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Südamerika.

hat, den Titel eines baobarol ein Istras, und das Recht, sich für den Besuch der Fa-kultätskurse immatrikulieren zu lassen. Die Promotionsprüfungen von einemSchuljahr zum andern werden unter den gleichen Formalitäten vom 15. Januar bis3. Februar abgehalten.

Schlußbemerkungen. Vortreffliche Bestrebungen von seiten der Behörde, abermanigfache Bedenken und ungewisses Umhertasten; kurz jene sich immer widerholendeSelbsttäuschung, welche glauben läßt, daß man um so besser fortschreite, je mehr Vor-schriften man erlasse und je mehr man examiniere, das ist in kurzen Worten derGeist des brasilischen Schulwesens, so weit es uns möglich war, uns aus den Relatoriosdarüber ein Urteil zu bilden. Die Vorschriften sind gut an sich, aber zwei Hindernissestellen sich nach unserer Meinung dem vollen Erfolge ihrer Ausführung entgegen. Erst-lich die Ungleichheit der den Abiturienten erteilten Rechte, und zweitens die hergebrachteAbhängigkeit von den Methoden und dem Studienplan der französischen Uzmess, denenman huldigt, welche doch wenig für die Bedürfnisse einer Bevölkerung Passen, deren selb-ständige Bewegung man vielmehr begünstigen sollte. Der brasilische daebarol hat einwenig von allem gelernt; er ist mit einer dünnen Schicht von Wissen bedeckt, das nichtsals Schulstaub ist; kaum ist der junge Herr der Schule entwachsen, so eilt er ihn ab-zuschütteln. Wenn ihm noch etwas bleibt, ist es ein leichter Anflug von Latein; er hatso viele Verse scandiert, so viele lateinische Reden komponiert, indem er das Wörterbuchumwälzte: das läßt denn einige Spuren zurück. Die geringen Kenntnisse aus den realenWissenschaften, welche er aus seinem manusl lernte, hat er bald über Bord geworfen.Mit einem Wort, man hat weder seinen Geist gehoben, noch seine Anschauungen erweitert,noch aus ihm einen praktischen Menschen gemacht, der imstande wäre, zur Civilisationund zum Wolstande seines Vaterlandes etwas beizutragen. Dem Unterricht der beidenhöheren Stufen fehlt in Brasilien wahres, geistiges Leben: er thut nichts, um den Geistselbständigen Strebens zu wecken und schleppt sich dahin im Geleise der Programme; diePrüfungen sind nichts als Abhörungen eines Katechismus.

Fachschulen. Unter dieser gemeinschaftlichen Bezeichnung begreifen wir das Han-delsinstitut der Hauptstadt, die Centralschule (mit der Kriegsschule), dieMarineschule und die Seeartillerieschule (Lsoola cko tiro äa marmda),letztere eine ganz neue Schöpfung, die Akademie der schönen Künste, das Kon-servatorium für Musik, das Lyceum für Künste und Handwerke, dieAckerbauschulen und die Industrieschulen für die Gewerbtreibenden.

Das Handelsinstitut (Institut» eominoreial) war früher dem Ministerium desAckerbaus und des Handels untergeordnet; das Dekret vom 14. Mai 1856, welches eineReform des Studienplans verfügte, und das Gesetz vom 27. September 1870 habendasselbe definitiv mit dem Ministerium des Innern verbunden. Gegenwärtig befindet essich in einem für 3000 Milr. gemieteten Lokal; es ist die Rede davon, ein neues Ge-bäude für dasselbe zu errichten. Im Jahre 1871 zählte es nur 34 Zöglinge und 16freie Zuhörer*). Der Unterricht (zum zweitenmal im Jahre 1863 reformiert) umfaßt:französische, englische, deutsche Sprache, Arithmetik, Algebra, Geometrie, allgemeine Geo-graphie, Handelsgeographie und -statistik, Buchhaltung, Handelsrecht; ein Lehrstuhl fürpolitische Ökonomie in ihrer Anwendung auf Handel und Industrie, sowie Kurse in Kalli-graphie und Linearzeichnen sind diesem Programm später beigefügt worden. Diese Unter-richtsgegenstände sind auf vier Jahre verteilt. Die oberen Klassen scheinen in befriedi-gendem Stande zu sein; leider sind sie wenig besucht, obgleich die Zöglinge, welche dieAnstalt mit einem Diplom verlassen, wenn sie nicht vorziehen auf eigene Rechnung sicheiner kaufmännischen Laufbahn zu widmen, jedenfalls sicher sind, in der Verwaltung derStaatsfinanzen oder des Reichsschatzes oder beim Zollwesen (alkäncksga) angestellt zu

*) Im Jahre 1867 waren es 63 Zöglinge, aber von diesen waren S3 in der elementarenKlasse eingeschrieben.