Südamerika.
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Rhetorik und Poetik (Erklärung und Kritik der portugiesischen Klassiker, Abfassung vonAbhandlungen und Erzählungen, Deklamation), Geschichte der portugiesischen und brasilischenUtteratur, Chemie (Repetition), Mineralogie und Geologie. Die Einteilung der Kurseund der Stundenplan wird von dem Generalinspektor geregelt, unter Vorbehalt derGenehmigung der Regierung. Die Schüler haben den Donnerstag frei (as guiutasksrias); die Schulen feiern außerdem die Nationaltrauertage, Fastnacht und Aschermittwoch,die stille Woche und die Osterwoche, endlich sind Ferien vom Schluß des Schuljahres (diePrüfungen beginnen im November) bis zum 3. Februar.
b) Unterrichtsmethoden und Schulbücher. Wir finden über die Leistungendes OollsZio äs vsäro II. entgegengesetzte Urteile. Tschudi hält demselben eine glänzendeLobrede, Agassiz erklärt im Jahre 1865, daß diese Anstalt in vollem Maße den Rufverdiene, welchen sie genießt; im gleichen Jahre trug der Generalinspektor kein Bedenken,in seinem offiziellen Bericht darüber die harten Worte auszusprechen: Apparats Zrauäs,äisxesa Zrauäs, rssultato psgusuiuo (Apparat groß, Aufwand groß, Resultat winzigklein). Im allgemeinen fällt in die Augen, daß in dem brasilischen Lehrplan eine zugroße Anzahl gleichzeitig zu lehrender Fächer zusammengehäuft ist. Daher vor allem dieNagen der Inspektoren, welche sich nicht verhehlen können, daß der Unterricht oberflächlich,mehr glänzend als gründlich ist. Daher ist man auch zu einer Art von Spaltung des Lehr-ganges vom fünften Jahre an gekommen. Nun erhebt sich aber eine andere Schwierigkeit.Für diejenigen Schüler, welche ein Diplom (Maturitätszeugnis) für die Realwissenschaftenim Auge haben, ist das Programm der Kurse der ersten Periode zu ausschließlichhumanistisch; und für die einen wie für die andern, setzen wir hinzu, ist es zu formalistisch,vielmehr nach einer schablonenmäßigen Manier abgestuft, als dem natürlichen Gesetz derEntwickelung der jungen Köpfe angepaßt, und gerade dies ist auch, beiläufig gesagt, derFehler der früheren französischen Pädagogik. Der französische Einfluß ist fühlbar inder Auswahl der Schulbücher; doch schon weniger ausschließlich als in den erstenZeiten. Wir geben hier die Liste der im Jahre 1856 angenommenen Lehrbücher:Erstes Jahr; Sprachen: Oxrillo vilsrmauäo, Orammatisa äa IsuZoa xortu-gusra, vrsi Vransiseo äs 8. vum, Lvnonz'moZ; varlrsr, vibliotbssa juvenil;kaärs Antonio Vieira, Oartas sslsotas*), v. Oaläas, vossias sseolbiäas;I. Antonio vsrsira, L.rts latiua; 8ev6llN6, Orammatisa krauos^a; vöuslou,lölömagus (morosaux oboisis), lä. vablss oboisss. — Arithmetik: Ottoni. —Zweites Jahr; Sprachen: Oe Castro voxss, blxitoms bistorirs saeros**), Vsviris illustribus ***); Ooruja, Nanual äos Lstuäiautss äs latim; vantas, 8Mtaxs;koosinalen, Norssaux elroisis, oder statt dessen vöuslou, vablss elroisiss und va-loutams, vablss oboisies; Orammatisa ingle^a; Ouläsmitb, Ilistor^ ob Roms. —Arithmetik und Algebra: Ottoni. — Zoologie und Botanik: 8alaeroux. —Physik und Chemie: Ousriu-Varri ch). — Drittes Jahr; Sprachen: Cor-nelius Xsxos (die in den französischen Lyceen eingeführte Ausgabe); vbosärus (ebenso);lloruja, vantas (die oben genannten Werke); Orammatisa inZlsria; Ooläsmitli (s. ob.);Llair, Classbook (die leichtesten Stücke); Roosmalsn (s. ob.) oder dafür vossust,Oraisons kunöbrss PP); vlrsLtrs elassigus. — Ebene Geometrie: Ottoni. —
- s *) Die Schriften des P. Vieira gelten für die besten Muster der portugiesischen Prosa,
i s **) Revidierte Ausgabe der weit verbreiteten vxitoms von Lhomond.
! I Ebenfalls von Lhomond. Der verstorbene Prof. Holzer in Stuttgart hat eine gute
: > Ausgabe dieses Werkes für Deutsche bearbeitet.
, st) Die letzteren Fächer, welche im I. 1856 nur sehr oberflächlich behandelt werden konnten,l weil die Schüler zu jung waren, sind seitdem, wie oben zu ersehen, in die höheren Klassen ver-
? legt worden; der Oousslbo äirsotorio hat daher seither auch ernster abgefaßte Lehrbücher ein-
luhren können, wie die Physik von Ganot.
^ Bossuets Trauerreden von 13jährigen Knaben gelesen I Die Jugend muß doch in-Vrasilien sehr frühreif sein.