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9 (1887) Spanien - Vives
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Südamerika.

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von 3 bis 5Ü2 Uhr. In einzelnen Landgemeinden hat man angemessen gefunden, wegenörtlicher Verhältnisse täglich nur eine sossSo soolar zu halten. Die Schulen feiernan Sonm und Feiertagen, ferner an den von der Regierung bestimmten Tagen derNationaltrauer, an Fastnacht und Aschermittwoch (guarta ksriu äe oirmas), die Passions-und die Osterwoche, endlich vom 20. Dezember bis 6. Januar (Art. 74). DieRegelmäßigkeit des Besuchs läßt manches zu wünschen übrig, zumal auf demLande; in den Provinzen, in welchen die Bevölkerung sehr zerstreut lebt, bleiben dieKinder weg, ehe sie die ganze Schulzeit durchgemacht haben.

Unterrichtsmethode und Schulbücher. Lancasters System des wechsel-seitigen Unterrichts hat in Brasilien keinen Boden gefunden. Dagegen ist die Methodeder leituru rspentina des Antonio Feliciano de Castilho*) in einigen Schulen derProvinzen Alagoas, Bahia und Pernambuco schon seit mehreren Jahren angenommenworden. Ein anderer Castilho (Francisco Alvez da Silva), ein Brasilianer, hatwider ein neues Verfahren vorgeschlagen: die Erfahrung hat noch nicht darüber ent-schieden. Die Syllabierbücher des Bacharel (Baccalaureus) Ednardo de Pereirade Castro haben dagegen einen gewissen Erfolg errungen (der Verfasser hat die Ver-suche in eigener Person geleitet). In den meisten Schulen wendet man iin ganzen diefranzösischen Methoden an. Im Schreibunterricht haben die Musterschriften(traslaäos oalligrapbioos) des Cyrillo Dilermando da Silveira die amtliche Aner-kennung und Empfehlung erhalten. Die übrigen eingeführten Schulbücher sind: FleurysKatechismus, aus dem Französischen ins Portugiesische übersetzt von Joaquim Joss daSilveira, ehemaligem Schulrektor; die Crammatioa naoionul von dem erstgenanntenVerfasser; die Oolisoyüo äs labulas von vr. Justiniano Joss de Rocha; die allgemeineGeschichte von Peter Parley, aus dem Englischen ins Portugiesische übersetzt von demRat (äessinbai-Mäor) Lourenyo Josä Ribeiro, und die Harmonias äa Creayao, vondem vr. Caetano Lopes de Moura. **) Die Regierung hat sich an das Institutsbistorioo-goograxirioo LrasUeiro gewendet, um Auskunft über den besten Abriß der Ge-richte Brasiliens zu erhalten, welcher in den Schulen einzuführen wäre: wir habenbereits gesehen, daß sie die Herausgabe neuer Schulbücher begünstigt. In allen Fällenaber können die Lehrer nur von den Büchern als Lehrbüchern Gebrauch machen, welcheihnen von dem Generalinspektor bezeichnet sind. Anschauungsunterricht scheint es nirgendszu geben.

Disciplin. Der Lehrer soll den Eintritt und Austritt der Schüler ineinem von dem Delegierten des Distrikts zu unterzeichnenden Register einschreiben; ineinem zweiten ebenfalls mit einer Unterschrift zu beglaubigenden Register verzeichnet erseine Bemerkungen über ihre Fortschritte, ihren Charakter und ihr Betragen. DieDelegierten und andere Behörden, welche die Schule besuchen, können ihre Bemerkungenbeifügen; und diese Aktenstücke werden schließlich in den Archiven des Generalsekretariatsmedergelegt. Das Verlesen der Schüler findet ain Schluß der Lektion statt. JedenTag wird die Schule mit einem kurzen Gebet eröffnet und geschlossen. Der in derKlaffe angeschlagene Stundenplan muß gewissenhaft befolgt werden. Jeden Sonn-abend wird eine allgemeine Widerholung dessen vorgenommen, was in der vergangenenWoche vorgekommen ist, und an diesem Tage sind auch die religiösen Übungen vonlängerer Dauer. Vergehungen gegen die Zucht werden bestraft: 1) durch Ver-weise (unter vier Augen für den ersten Fall, vor der ganzen Klasse bei Rückfällen);2) durch Anderssetzen auf der Schulbank (Hinuntersetzen), und wenn es nötig erscheint,durch Anschreiben des Namens eines hartnäckig Unbotmäßigen mit großen Buchstabenans einer besonders hierzu bestimmten Tafel, wobei die Bezeichnung des begangenen Ver-

*> Vgl. Encykl. Art. Portugal, Band VI. S. 160.

**) Derselbe, welcher 1860 in Paris ein Lpitoms obronologioo äa Uistoria äo Lrarilzum Gebrauch der Jugend herausgegeben hat (in 12 ").