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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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UJaticf).

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©b. 1846. 4. $arl o. St aum er, ©efd). ber fßäbagogif, 23b. 2. Stad) tljnen gientlid)eingeljenb ©djmibt, ®efdj. ber ‘fSäßagogif, 33b. 3, ©. 295 ff. ®ie ältere SitteraturIjat namentlich Siiemeper mit großer Sorgfalt oergeid)net.

3ü ber Steife ber ißäbagogiler, meld)e als 23efämpfer ber aus bem Zeitalter berDeformation überlieferten lird)lidjen Unterrid)tSmeife feist gemöhnlid) als bie Steuereraufgefüljrt werben, nimmt Statidj ber $eit nadj bie erfte ©teile ein, burd) bie ArtfeineS Auftretens unb ©trebenS aber unterfdjeibet er fid) ßon feinen Stacßfolgern ineinigen nidjt unwichtigen 23egieljungen. £>at er mit ihnen gemein ein übergroßes 23er=trauen auf bie SJtethobe unb bie berfelben bienenben Sebjrbüdjer, ein etwas ooreiligeS

Aerljeißen glängenber Erfolge bei erteidjternbem unb ablürgenbem 23erfal)ren, eine auf=

faßenbe Unfidjerheit in ber ©urchführung ber aufgefteHten £h eor i en unb SJtufterformen,Bei wißiger Eingabe aller f?raft unb 3eit an ben erwählten 23eruf unb für baS ®e=beiden ber ©d)ule: fo unterfdjeibet iljn bod) wieber, baß er bei einseitiger 23erüdfid)ti=gung ber Setyrgegenftänbe (beS ©bjeltioen) bie Statur unb bie 33ebürfniffe ber guSilbenben (ßaS S3ft)d)oIogifd)e, baS ©ubjel'tine) nod) wenig beamtet ^at; baß er, inbemer bie SStutterfpradje in iljr 9ted)t eingufetsen ftrebt, bie fogenannten Stealien nod) cößiggurüdfteßt; baß er auf ftreng fird)Iid)em (lut^erift^em) ©tanbpunlte fid) hält unb nadj=

brüdlidjer, als »odjer felbft bie lirdjlidjen ©d)nlmänner eS getrau, Einheit aßeS Un=

terridts im ®Iauben bedangt; baß er enbtid) bei allem Eifer, für feine 3)ibaltilißropaganba gu machen, bod) fort unb fort wieber burd) eine tounberlidje ©e^eimtliuereibie iljm 23ertrauenben fid) entfrembet, bie er bod) audj burd) eigene Erfolge im Unterrichtennid)t feftljalten lann. Sr mad)t ben Einbrud eines ©onberlingS, ber ein fdjarfeS Augefür bie SStängel ber anberen hat unb baS, maS iljm als baS Stid)tige erfdjeint, mitehrlichem ©inne bertritt, ber aber einzelne fruchtbare ©ebanlen für aßgenugfame Sßahr-Beiten hält, mit ber SDurdjbilbung feiner Sntmürfe nie fertig werben lann unb burd)6toIg unb 2Bid)tigti)un überaß mieber auch feine ©Bnner unb greunbe berieft, fo baßer ruheloS fidj burd) bie 2Belt fd>tägt unb guleht in Stot unb ©iirftigleit enbet.Snunerljin ift er einer etmaS genaueren 23etrad)tung wert.

ÜBolfgang Statidj mar b. 18 Dlt. 1571 gu Sßilfter, einem hotfteinifd)en ©täbtd>enuörblid) bon ©lixdftabt, geboren. Er machte feine ©d)ulftubien in Hamburg unb be=(ucf)te bann bie Uniberfität Stoftod, Wo er namentlid) unter ©imon ißanli ber tIjeolo=gifdjen 2Biffenfd)aft fid) hwgab. ®a er jebod) feiner fd)Weren 3 un S e h a ^ er fü* bieMangel nid)t geeignet mar, fo faßte er, auf bie SStängel ber bamaligen Seljrmeife fdjonmehrfach aufmerlfam gemorben, ben Entfdjluß, an AuSbilbung unb Einführung einerneuen 2)ibaftil feine gange $raft gu feiern ©d)on bisher mit ben flaffifdjen ©pradjengenauer befannt, arbeitete er fich auch mit großem gleiße in baS £>ebräifdje einunb ging herauf nadj England unb fpcßanb, mo er aud) eine grünblid)ere Kenntnisber SStatljematif gu gewinnen hoffte. 2Bir erfahren über feinen Aufenthalt in EnglanbnidjtS ©enanereS, müffen aber faft annehmen, baß er bort mit ben erften ©djriften23acoS belannt gemorben. -Sn fpoßanb fanb er aße 2Biffenfdjaften in großartigem©ebeihen, unb mir munbern nnS nid)t, baß er ad)t 3al)re in Amfterbam blieb. Erlernte hier audj baS Arabifdje con einem Araber unb bilbete feine bibaftifd)en Anfichtenaßtnäljlid) beftimmter auS. fDtorih non Dranien, an ben er guerft mit feinen 3teform=»otfdjlägen fich manbte, fdjien geneigt ihn gu unterftüfsen; ba aber ber oorfidjtige gürftbie neue SStetljobe gunäd)ft nur beim Unterricht im Sateinifdjen ßerfudjt fehen moßte,gog St. fid) gnrüd unb entfdjloß fich nun, einen hßh eten unb weiteren ©djauplafs fürfeine SThätigfeit fndjenb, gur ^eimlehr in baS beutfdje ÜSaterlanb.

3m 3. 1612 erfd)ien er gu granlfnrt, als eben bie gürften unb ©tänbe beSReichs gur ABahl unb Krönung beS ^aiferS SJtatthiaS oerfammelt waren. §ier übergab« (7. 33tai) ber 3teid)S»erfammlung ein SStemoriat, worin feine ©ebanlen unb 93or=Wäge lurg gufammengefaßt Waren (StiemeperS S3rogrammnon 1841, ©. 14 f.), unb er hattebie ©enugthuung, baß eingelne gürften fein 2öerl mit lebhafter Aufmerlfamleit betrachteten.?äbaj(o g . gnctjtioBSbie. VI. 2. Säuft. 40

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