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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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Prüfung ber lleljrcr an höheren Schulen.

Kandidaten tintig feftgefteHt, fo ergiebt fid), baß um bei - ©rünblidjfeit unb ®iefe berPrüfung willen nur eine Befdjränfte 3# berfelben, höd)ften§ drei, ju bemfelben Slfteäugelaffen werben lönnen, unb aud) biefe müffen im wefentlicfjen benfelben wiffenfdiaft=lidjen gäd)ern angeboren, ßufammenfaffenbe jätjrXic^e ober h a tbjährlid)e Sßrüfungg=iermine fönnen baßer, wieoiel Bequemlidjfeit fie aud) für bie ©taatS = unb Brüfung§=Bewerben Bieten, in denjenigen Staaten ober Sßrooinzen nid)t für geeignet gelten, inWellen ftc£) eine größere 2lnjal)t oon Kandidaten in ben Bejeidjueten 3 e 'träumen finbet.

gür bie theoretifcfje Prüfung taffen ftdj bie ©djulwiffenfdjaften je nad) ißrer 3u=fammengel)örigleit in oter (Preußen) ober fünf (Dtaffau) ©ebiete gliebern, nümlid) inbaS gad) ber Haffifdjen Philologie unb beS SDentfdjen, der ©ef djtd)te unb© eograpljie, ber Religion unb beS fpebräifcf)en, ber iOtat^ematit unb berStaturwiffenf cßaf ten, unb enblid) ber neueren ©pradjen. ® a hiermit inbegbie 3al)t ber Berbinbungen and) unter ben innerlich oerwanbten SBiffenfdjaften nichterfdjöpft unb eS außerbem nad) ben oBen entwidelten ©runbfä^en wünfdjenSwert ift,ben Kandidaten jebe mit ber ©ad)e oerträglidje greißeit in ißren ©tubien $n geftatten,fo empfiehlt eS fid), ben BrüfungSBeßörben für bie 3ufammenorbnung ber gäd)er, indenen ein Kandidat bie UnterridjtSfäßigfeit ju erwerben BeaBfid)tigt, etwas freiere §anbju taffen, BeifpielSweife läßt fid) baS Skutfcfje ebenfowoßl in Berbinbung mit berflaffifdjen Philologie als mit ben neueren ©pradjen ober aud) mit ber ©efdjid)te fefcen,unb anbererfeitS ift bie Berbinbung beS gefd)id)tlid)=geograpßifd)en gad)S ebenfo gutöffigmit ben alten wie mit ben neueren Sprachen. Umgefeßrt werben Bei bem Umfangeber einzelnen SÜSiffenfdfjaften and) mancherlei ©djeibungen innerhalb jener ©eBiete ftatt=ßaft unb fogar unoermeiblidj fein, ©ine quellenmäßige unb umfaffenbe Kenntnis ber@efd)id)te wirb fid), wie fdjon oben Bemerft, fettener Bei bem Uaffifdjen Philologen fincenunb tann jebenfaCtS nicht unbebingt non ißm geforbert werben, wenn er aud) einer 6e=ftimmten gefd)id)tlicfjen Bildung unb namentlich einer für bie ©rllärung ber KlaffiferauSreid)enben Kenntnis ber alten ©efd)id)te nidjt entbehren fann. 5)aSfeIBe gilt ebenfofür ben fpiftorifer betreffs ber alten ©prad)en. SlnbererfeitS ift baS ©titbium ber Pia=thematif einfd)tießlich ber matßematifchen pßbfil und baSjenige ber 9?aturwiffenfeftafteneinfd)Iießlid) ber ©ßemie, jedes für M, fo umfangreich unb nimmt bie Kraft be§ ©tu=

bierenben aud) während eines oierjäßrigen 3 e idaumeS fo feßr in Slnfprud), baß nur

feiten ein Kandidat in Beiden ©ebieten zugleich ben ßödjften gorberungen genügen wirb.Umgelehrt barf freilich ber Ptatßematifer ben Staturwiffenfdjaften nicht oöHig fremd Bleibenunb ebenfo find die Kandidaten ber 9 f taturwiffenfd)aften einer Beftimmten mathematifchenBiloung benötigt, hiernach ergeben fid) alfo mandjerlei Kombinationen, welche burd)baS ©efefs nicht alle oorgefeßen unb fixiert werben tonnen unb betreffs deren eS ge=ratener ift, dem gewiffenhaften ©inne ber prfifungSBeßörben ju oertrauen. StBicßtigerift eS, in jebem gadje bie ^jöße ber fad)lid)en gorberungen feftjufehen, obfd)on and) inbiefem Betrad)t eine Bis inS einjelnfte gehende Umgrenzung unb gormulierung berfetben

Weber möglid) nod) auch nötig ift. ®enn eS barf erwartet werben, baß bie SDtitglieber

ber PrüfungSbeßörben, falls fie, wie bod) oorauSjufehen, mit bem Umfange unb berjeweiligen ©ntwidlung ber einzelnen SBiffenfdjaften oertraut find, eBenfo ihre Prüfungauf baS SZBefenttiche unb baS eigentlidj 2ßiffenfcfjaftlid)e nad) ©toff unb Ptetßobe richtenwerben, als fie aud) ermeffen fönnen, bis zu welchem ©rabe bie Bewältigung ber SBiffewfd)aft innerhalb ber Studienzeit möglid) ift.

Bon den fachlichen Stiftungen innerhalb ber einzelnen SprüfungSgebiete find inbeSnod) diejenigen allgemeinoerbinblidjen gorberungen zu unterfdjeiben, weldjeausnahmslos oon fämttid)en fünftigen Seßrern erfüllt werben müffen. 3 U biefen oblt*gatorifd)en ©rforberniffen gehört eine Beftimmte pßilofopßifdje Bildung, namentlichbie Kenntnis ber formalen Sogif unb ber empirifdjen ^ßftjdjotogie, fowie einer Überfichtüber die ©efdjidjte ber Philofopßie, Befanntfchaft mit ber allgemeinen ®h eor ' e i3erBäbagogif unb ber neueren QsntwicEtung biefer SBiffenfdjaft, ©inficht in ben allgemeinen