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Philologie, flaffifdjc.
©prachwurjel hat fett ber ursprünglichen ©ntjteljung ber ©prad)e nodj fein SJfenfd) er=funben, unb gerade mit biefen ©runbformen ber ©pradje hat ed bie Singuiftif ju tljun.Sffieil eS aber eben bie Statur beS ©eifteS ift, weldje in ber ©prad)e junt Sludbrucf,gleid)fam jur förperlidjen 2 ludgeftaltung gelangt, fo fann ber ©d)ein entfielen, als obbaS ©eiftige b. h* bie freie Sljätigfeit bie £>auptfad)e märe; bie festere aber fällt ge=rabe ber bß^itologie ju, mät)renb »ad im lebten ©runb Unbegreifliche ©egenftanb ber©prad)wiffenfd)aft ift; benn aud) ber ©eift bed Sftenfdjen bat feine Staturfeite.
2 ßad fobann bie alte @efd)id)te anbelangt, fo fdjeint in ber ©ubfunttion ber=felben unter bie flaffifdje Philologie ein logifdfer gel)ler ju liegen. ®enn ber alten®efdjid)te werben in bem ®lieberungSfd)ema ber flaffifdjen pJ^itctogic ( 3 . 23. bei §irgela. a. D.) alle biejenigen gäd)er gleidjgefteHt, weld)e eigentlid) felbft in ihrer Totalitätbie ©efdjidjte auSmad)en. SPaS feil eS h e ^ en » toenn juerft „©efdjidjte ber ©riedjenunb Sfömer" unb bann mieber „ftaatlid)eS Sehen, Steligion" u. f. w. berfelben 23ölferaufgeführt werben? 3ft nicht baS lefctere fdjon itn erfteren enthalten, bejieljentlidj gel)tnicht baS erftere in bie le^tgenannten ©ebiete auSeinanber ? 23oedfj befc^ränft fidj baherbarauf, oon „^olitifc^er @efdjid)te" neben ©taatS=2lltertümern u. f. to. ju reben. 2lber ge=rabe bie ^otitifc^e ©efchichte ift bod) ein gad) für fid), in welchem gar »ieleS ju behanbelnift, Wad ber Philolog für feine 3 »ede nicht eingeljenb ju unterfudjen unb and Sicht juftellen hat. ©ber wirb man etwa ®efd)idjtsmerfe, mie bie »on Stiebuhr, SStommfen, Peteru. a. in erfter Sinie ^tbologifdje SPerfe nennen? ®iefe SPerfe »erben hoch ald ge=fdjidjtlidje, nicht ald pljilologifdje SPerfe angefeljen, gehören bod) in erfter 23ejiehung ber®efd)ichtS»iffenfd)aft, nid)t ber Philologie an. könnte man nicht ebenfogut umgefeljrtfagen, bie Philologie f e ' Aufgabe bed ^iftoriferd? 23eibe finb aber eben auSeinanber=juhalten. SPenn ber ©efdjidjtSfdjreiber auf ber einen ©eite anbere ©efidjtSpunfte hatals ber pijilolog unb ™ f e ^ ne ©phare sieh*, toad ber Philolog nicht unmittelbarbehanbelt, fo fann er auf ber anbern ©eite nidjt fo fehr ind ®etail bed formalenSeils ber ©uellenforfdjung gehen, ald bied ber bß^Uolog thun fann unb thun muß,beffen erfte 2lufgabe — unb gewiffcrmaßen ber ©d)Werpunft feiner Slrbeit — bie (Sinjel^forfd)ung ift, bie ©rflärung unb Darlegung beS SPortlautS, »on welchem auSjugeljen ift.2Pad. bal)er auS ber ®ef<hid)te im ©UeberungSfdjema ber bp^iXotogie piafc finben foH,ift unter bie oerfd)iebenen wirflid) ph B boIogtfc£)en gädjer ju »erteilen, unter bie Stubrifen:„©taatd* unb Pri»at4lltertumer, litterarifdje, militärifd)e u. a. 23erljältniffe"; eine po=litifdje ®efd)id)te aber in extenso hat bie Philologie überhäufst nicht ju geben, weilbaju ber Ipiftorifer ba ift, welcher fleh nicht bloß ald ®iener ber Philologie, fonbernald Vertreter einer befonberen SPiffenfdjaft betrachtet wiffen will. ®aß aber beibe®iScip(inen, Philologie unb ®efd)i<hte, fid) miteinanber ftetd berühren unb einanbergegenfeitig fpanbreiebung leiften, ift bei bem wefentlid) hiftorifchen ©hatafter ber bßXjitolDgtefelbftüerftänblicf), unb eben wegen biefer SPedjfelwirfung fann man ebenfogut (mit 21.2Bolf, 23ernl)arbt) u. a.) fagen, bie ©efchichte fei bie Einleitung 31 t ben Slltertümern alsumgefehrt (mit SHebuhr), bie Slltertümer bilben bie ©nleitung 3 ur ©efd)id)te. 3nähnlicher SPeife werben auch in ber ©eograpfjie bed Slltertumd gewiffe ©efidjtSpunfteunb SSefiehungen »orhanben fein, welche nicht in ber Philologie, fonbern in ber befonberengeographischen SPiffenfdjaft ihre ©teile haben, sumal wenn man »on »ergleid)enber©eograpfjie rebet; auch auf bem ©ebiete ber ©eographie ift fotpilolDgifch eigentlid) nur »ad,was in ben litterarifdjen ©ofumenten ber Sitten fid) finbet, unb nur infoweit fann manbie alte @eograpl)ie als Seil ber ^S^ilologie betrad)ten. ®ic ledere braudjt quantitati»genommen bie ©efhidjte unb ©eographie h^ u fiS er unb umfaffenber als 3 . 23. bie 3uriS*pruben 3 ; aber qualitati» angefehen hoch nur in berfelben SBeife wie bie festere, weldjebod) gewiß »on niemanb ald Seil ber Philologie angefehen wirb. Unb fo hat audjbie 2lrd)äologie burch bie Studbelraung unb 23ertiefung, bie fie in ber neueren 3 e ’terlangt hat, baS »oHe Sfedft, als eine befonbere 2Biffenfd)aft, nid)t bloß als Seil berPhilologie betrachtet ju werben. 3eber philolog wirb »on ber 2lrd)äologie etwas wiffen