Von dem Willen u. f. w. 113
bei jeder fehlgefchlagenen Unternehmung fehr ver-driefslich werden, und dafs es uns fehr fchmerzt, wennwir entweder unfer Wild überfehen oder in unfernSchlüffen in einen Irrthum fallen.
Wollen wir eine andre Parallele für diefe Lei-denfchaften haben, fo können wir nur die Leiden-fchaft zum Spiel betrachten, welches uns aus ebenden Gründen, als Jagd und Philofophie Vergnügengewährt. Man hat es fchon bemerkt, dafs das Ver-gnügen am Spiel nicht allein von dem Iniereffe her-rührt; indem viele dieferUnterhaltung einen fichernGewinnft aufopfern: Aber auch das Spiel allein ge-währt diefes Vergnügen nicht; denn diefelbigen Per-fonen haben kein Vergnügen, wenn fie um nichtsfpielen: es entfteht alfo aus beiden Urfachen zufam-mengenommen, obgleich jede allein keine Wirkunghat. Es ift hier, wie bei gewiffen chymifchen Ver-fuchen, wo die Mifchung zweier klarer und durch-fichtiger Fliiffigkeiten oft eine dritte Flüffigkeit er-zeugt, die dunkel und farbicht ift.
Das Intereffe, welches wir bei einem Spiel haben,macht unfre Aufmerkfamkeit rege, ohne welche wirgar kein Vergnügen, weder in diefer noch einer an-dern Handlung haben können. Wenn unfre Aufmerk-famkeit einmal rege ift, fo erhöhen Schwierigkeit Ab-wechfelung und fchnelle Veränderungen des Glücksdas Intereffe noch mehr; und aus diefem Gemüthszu-ftande entfteht unfer Vergnügen. Das menfchliche Le-ben