276 Ueber die menfchliche Natur,
ferne fie fich immer weiter und weiter. Eine indie Vergangenheit und Zukunft gleiche Entfernung,hat alfo nicht ein und ebendiefelbe Einwirkung aufdie Imagination; und diefes deshalb, weil wir dieeine als kontinuirlich vermehrend und die andreals kontinuirlich vermindernd betrachten. DiePhantafie ftellt fich-den Lauf der Dinge fchon zumVoraus vor, und erblickt das Ding eben fowohl indemjenigen Zuftande, in'welchen es gehet, als indemjenigen, in welchem es gegenwärtig ift.
Achter Abfchnitt.
Fortfetzung.
w ir haben nunmehr dreiErfcheinungen erklärt,welche höclift merkwürdig zu feyn fcheinen. Wes-halb dieEntfernung die Vorftellung undLeidenfchaftfcliwächt; warum die'Entfernung in der Zeit einegröfsere Wirkung hat, als die im Raume; und warumdie Entfernung von der vergangenen Zeit noch ftär-ker wirkt als die Entfernung von der künftigen.Jetzt müffen wir noch drei Erfcheinungen erwegen,die gewiffermafsen das Widerfjjiel von diefen zu feynfcheinen: Warum nemlich eine grofse Entfernungunfre Achtung und Verwunderung über ein Dingvermehrt; warum eine folche Entfernung in derZeit diefe Affekten noch weit mehr vergröfsert alseine Entfernung im Raume; und eine Entfernungvon der vergangenen Zeit mehr als die von der zu-künftigen. Das Intereffante in diefen Fragen wird
mich.