s 64 Ueber die menfchliche Natur.
nifsvollen Art abhinge, mit welcher er ausgeführtwürde. Die Athenienfer verlangten, ehe fie ihmvolle Gewalt ertheilen könnten, fein Projekt nachGutbefinden auszuführen, dafs er feinen Plan demAriftides entdecken follte, zu deffen Klugheitfie ein vollkommnes Vertrauen hatten, und deffenGutachten fie fich blindlings zu unterwerfen ent-fchloffen. Das Projekt des Theiniftokles war,heimlich alle griechifche Flotten, die in einem be-nachbarten Hafen verfammelt waren, in Brand zuftecken, denn wenn diefe alle auf einmal vernichtetworden wären, fo würden die Athenienfer dieOber-herrfchaft zur See ohne Nebenbuhler behauptet ha--ben. Ariftides kehrte zur Volksverfammlungzurück, und fagte, dafs allerdings nichts vortheil-hafter feyn könnte, als der Anfchlag des Themi-ftokles; aber zu gleicher Zeit könnte auch nichtsungerechter feyn. Bei diefen Worten verwarf dasVolk einmüthig den Plan.
Ein fehr berühmter *) Gefchichtfchreiber be-wundert diefen Zugin der alten Gefchichte, als ei-nen der aufserordentlichften, den man nur antref-fen könnte. „Hier, lagt er, find es nicht Philofo-„phen, denen es etwas leichtes ift, in ihren Schu-„len die feinften Maximen und erhabenften Grund-sätze der Moralität feftzufetzen, wornach der Vor-„theil nie über die Gerechtigkeit die Oberhand behal-„ten foll. Es ift ein ganzes Volk bei diefem Anfchlage„ intereffirt, dem es den wichtigften Einflufs aufs ge-
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*■) Rollin.