t(>2 Uebcr die menfchliche Natur.
fchon an (ich ganz unangenehm ift und niemals dasObjekt der Neigung werden kann. Und diefes ift derGrund, weshalb die Gewohnheit nach der Bemer-kung eines fehr berühmten Philofophen alle akti-ven Fähigkeiten ftärkt, alle paffiven hingegenfchwächt. Die Leichtigkeit entzieht den pafGvenFähigkeiten ihre Stärke, weil fie macht, dafs dieBewegung der Lebensgeifter gar zu träge undfchwach wird. Aber bei den aktiven find die Le-bensgeifter fchon von felbft hinreichend unterftützt,das Beftreben der Seele ertheilt ihnen neue Kraft,und lenkt fie mehr zur Handlung hin.
Sechfter Abfchnitt.
Von dem Einfluffe der Einbildungskraftauf die Lei denfc haften.
Die Einbil dungskraft und die Leidenfchaftenftelien mit einander in genauer Vereinigung, undnichts, was die erftere afficirt, kann den letztemganz gleichgültig feyn. Sobahl unfre Begriffe vomGuten oder Böfen eine neue Lebhaftigkeit bekom-men, fo werden auch die Leidenfchaften heftiger;und halten mit der Einbildungskraft in allen ihrenVeränderungen Schritt. Ob diefes von dem oben-erwähnten Grundfatze herrühre, dafs jede be-gleitende Gemiithsbewegung leicht indie herrfchende verwandelt werde, ge-traue ich mir nicht zu entfcheiden. Es ift zu mei-nem