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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
257
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Von dem Willen u. f. w.

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kurrenz zweier Leidenfchaften von gleicher Stärke.Diefe neue Bewegung wird leicht in die herrfchendeLeidenfchaft verwandelt, und erhöhet ihre Kraft bisauf einen Grad, den fie nimmermehr würde erreichthaben, wenn fie nicht auf eine widerftreitende Lei*denfchaft getroffen hätte. Daher ftreben wir ge-meiniglich nach dem, was verboten ift, und findenein Vergnügen daran, Handlungen zu begehen, blosdeswegen, weil fie gefetzwidrig find. Der Begriffder Pflicht kann feiten die Oberhand erhalten, wenner den Leidenfchaften entgegengefetzt wird; undwenn ihm diefe Wirkung mifslingt, fo ift er nocheher fähig, fie zu vergröfsern, indem er einen Wi-derftreit zwifchen unfern Motiven und Principienhervorbringt.

Diefe Wirkung ift immer gleich, der Wider«itreit mag von innern Beweggründen oder von äuf-fern Hinderniffen herrühren. Die Leidenfchaft er-hält gewöhnlich in beiden Fällen mehr Kraft undStärke. Die Anftrengung, welche die Seele ge-braucht, um das Hindernifs zu befiegen, er-weckt die Lebensgeifter und feuert die Leiden-fchaft an.

Ungewifsheit hat eben den Einflufs als Wider-fpruch. Die Unruhe, in welche die Denkkraft da-bei geräth; das fchnelle Hin - und Herblicken voneinem Punkte zum andern; die Verfchiedenheit derLeidenfchaften, die mit einander den verfchiedenenGefichtspunkten geinäfs abwechfeln: Alle diefe

Dinge fetzen das Gemütli in ftarke ErfchütterungZweiter Band, R und