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Ueber die inenfchliehe Natur.
Zweitens ift fclbft die Empfindung derFrei*heit der Gleichgültigkeit, welche man als einen Be-weis für ihre reale Exiftenz anführt, eine fal-le h e Empfindung oder Erfahrung. DieNothwendigkeit einer Handlung, fie rühre von derMaterie oder dem Vorftellungsvermögen her, ifteigentlich keine Eigenfchaft in dem handelnden,fondern in einem denkenden oder verftändigen We-fen, welches die Handlung beirachtet, und beftehtin der Beftiinmung feines Vorfteliungsvermögens ihreExiftenz von einigen vorhergehenden Objekten her-zuleiten ; fo wie Freiheit oder Zufall auf der andernSeite nichts als der Mangel diefer Beftimmung ift,und eine gewiffe Ungebundenheit, welche wir füh-len, indem wir von dem Begriffe des einen zu demBegriffe des andern hinüber oder nicht hinüber ge-hen. Nun bemerken wir, dafs wir zwar diefe Un-gebundenheit oder jenes Gleichgewicht feiten fühlen,fobald wir die menfclilichen Handlungen beurthei-len, dafs wir aber dennoch gemeiniglich zu derZeit,wenn wir die Handlungen felbft begehen, etwasähnliches empfinden: und da alle im Verhältnifs
hebende oder ähnliche Dinge leicht mit einanderverwechfelt werden, fo hat man diefes als einen de-monftrativen oder wohl gar als einen intuitiven Be-weis für die menfchliche Freiheit gebraucht. Wirfühlen, dafs unfre Handlungen bei den mehreftenGelegenheiten unferm Willen unterworfen find, undbilden uns ein zu fühlen, dafs der Wille felbftkeinem andern Dinge unterworfen fey; weil, wenn
es