Druckschrift 
2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

Von dem Willen u. f. w.

221

ihre Verknüpfung entdecken, fo kann auch derMangel diefer Einficht jene Nothwendigkeit in kei-nem Falle,wenn nur die Vereinigung und derSchlufsbleibt, aufheben. Die Beobachtung der Vereini-gung bringt aber die Schlufsfoige von dein einenauf das andere hervor; und deshalb wäre man, wiees fcheint, fchon hinreichend berechtiget, den Zu-famtnenhang und die Nothwendigkeit der Gemüths-liandlungen zu behaupten, fobald man nur eine be-ftändige Vereinigung unter ihnen wahrnähme. Aberum meiner Behauptung noch mehr Stärke zu geben,will ich jedes diefer Stöcke insbefondere unterfu-chen, und will zuerft aus der Erfahrung beweifen,dafs unfre Handlungen mit unfern Bewegungsgrün-den, Gefinnungen und Umftänden in beftändigerVereinigung ftehen, bevor ich die Folgerungen, diewir daraus herleiten, in Erwägung ziehe.

Zu diefer Abficht wird fchon ein flüchtiger undallgemeiner Blick auf den gewöhnlichen Laufmenfchlicher Begebenheiten hinreichend leyn. Inwelchem Lichte wir auch diefelben anfehen, fo fin-den wir cliefen Grundfatz hel'tätiget. Wir mögendie Menfchen nach dem Unterfchiede ihres Ge-fchlechts, Alters, Regierungsverfaffung, ihres Stan-des oder ihrer Erziehungsart in Erwägung ziehen;fo entdeckt man allenthalben diefelbige Einförmig-keit und regelmäfsige Wirkung der natürlichen Prin*cipien. Gleiche Urfachen bringen ftets gleicheWirkungen hervor; gerade fo wie bei der w r ech-

felfei-