si8 Ueber die menfchl iche Natur.
Dritter Theil.
Von dem Willen und den direktenLeidenfchaften.
Erft e r Abfchnitt.
U e b e r
Freiheit und Nothwendigkeit.
W ir kommen nunmehr zur Erklärung der d i -rekten Leidenfchaften, d. h. folcher, welche un-mittelbar von dem Guten oder Büfen, von Luft oderUnluft entfteben. Von diefer Art find: Verlan-gen und Verabfcheuung, Traurigkeitund Freude, Hoffnung und Furcht.
Von allen unmittelbaren Wirkungen der Luftund Unluft verdient keine eine gröfsere Auftnerk-famkeit als der Wille; und ob er gleich, ei-gentlich zu reden, nicht mit unter die Leidenfchaf-ten gehört, fo muffen wir ihn doch, da die voll-ftändige Einficht feiner Natur und Eigenfchaften zurErklärung derfelben nothwendig ift, hier zum Gegen-ftande unfrer Unterfuchung machen. Ich bitte zubemerken, dafs ich unter dem Willen nichts an-ders verftehe, als die innerliche Impref-fion, welche wir fühlen und deren wiruns bewufst werden, wenn wir wiffent-lich eine neue Bewegung unfers Kör-pers oder eine neue Vorftellung unfrerSeele hervorbringen. Diefe Impreffion zu
defini-