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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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213 Ueber die menfcblicbe Natur.

aus der Schönheit entfpringt, und fich nachher inWohlwollen und Wolluft verwandelt. Wohlwollenoder Achtung, und der Fortpflanzungstrieb findzu verfchieden, als dafs fie fich leicht mit einandervereinigen fohlen. Das eine ift vielleicht das aller-feinfte Gefühl der Seele* und das andre ift das aller-gröbfte und gemeinfte. Die Liebe zur Schönheitfällt zwifdhen beiden in die Mitte und theilt die Na-tur von beiden; daher es auch kömmt, dafs fie fogefchickt ift, beide zu erzeugen.

Diefe Erklärung der Liebe ift meinem Syftemenicht insbefondere eigen, fondern ift bei jeder Hy-pothefe unvermeidlich. Die drei Affekten, welchediefe Leidenfchaft ausmachen, find offenbar unter«fchieden, und jede derfelben hat ihr befond'eres Ob-jekt. Es ift alfo gewifs, dafs fie nur durch ihr Ver-hältnifs einander hervorbringen. Aber das Verhält-nifs der Leidenfchaften allein ift nicht hinreichend.Es wird gleicherweife nothwendig erfodert, dafs einVerhältnis der Begriffe da fey. Die Schönheit dereinen Perfon erfüllt uns niemals mit Liebe gegen eineandere. Diefes ift alfo ein deutlicher Beweis vondem doppelten Verhältniffe der Impreffionen undBegriffe. Von einem fo evidenten Falle als dieferift, können wir fichcr auf die übrigen fchliefsen.

Diefes mag alfo in einer andern Rücklicht dazudienen, dasjenige zu erläutern, was ich überdenUrfprung des Stolzes und der Demuth, der Liebeum! des Haffes behauptet habe. Ich habe bemerkt,dafs obgleich das Selbft das Objekt der erften, und

eine