Von der Liebe und dem Haffe. an
zu. nähern , fo vermehrt diefes natürlicherweife un-fern Appetit; fo wie hingegen alles, was uns geneigtmacht, unfer Effen noch zu verfchieben, dem Hun-ger widerfpricht, und unfern Appetit darnach ver-mindert. Nun wiffen wir, dafs Schönheit die erfteund Häfslichkeit die zweite Wirkung hat; und hier-durch erkennen wir alfo den Grund, warum dieerfi:ere unfern Appetit nach unfern Lebensmittelnftärker macht, und die letztere uns felbft gegen dasfchrnackhaftefte Gericht, das die Kochkunft erfin-den kann, einen Ekel beibringt. Alles diefes iftleicht auf den Zeugungstrieb anwendbar.
Aus diefen zwei Verhältniffen, nemlich derAehnlichkeit und der gleichen Richtung der Begier-den, erwächft eine folche Verknüpfung zwifchendem Gefühl der Schönheit, dem körperlichen Trie-be der Wolluft und dem Wohlwollen, dafs fie ge-wiffermafsen ganz unzertrennlich werden. Unddie Erfahrung lehrt uns, dafs es gleichgültig ift, wel-ches von diefen Stücken zuerft da ift; indem daseine gemeiniglich auch ganz gewifs von den mit ihmim Verhältnifs ftehenden Affekten begleitet ift.Einer, der von Luft entflammt ift, fühlt wenigftenseine augenblickliche Zärtlichkeit gegen das Objektder Luft, und denkt fich folches zugleich fchöner,als gewöhnlich; hinwiederum giebt es andere, diemit Zärtlichkeit und Achtung gegen den Verftandund das Verdienft einer Perfon anfangen, und vondiefer Leidenfchaft zu den übrigen fortgehen. Aberdie gemeinfte Art der Liebe ift die, welche zuerft
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