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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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176 Ueber die menfchli che. Natur.

Bewegung verändern kann, ohne clafs irgend etwasim Objekteverändert worden ift. Wer mitderTheo-rie der Optik bekannt ift, und weifs, wie oft rvirUr*theile und Schlüffe des Verftandes den Sinnen bei»tneffen, wird diefe ganze Operation leicht begreifen.

Aber wenn wir auch auf diefe neue Ent-deckung einer Impreffion, die insgeheim jeden Begriffbegleitet, nicht achten wollen; fo mufs man wenig»ftens den Grundfatz einräumen, von welchem dieEntdeckung herrühtt, dafs die Objekte, we-gen einer Vergleichung mit andern unsgröfser oder kleiner Vorkommen. Esgiebt fo viele Beifpiele hiervon, dafs feine Wahrheitunmöglich in Zweifel gezogen werden kann: undvon diefem Princip leite ich die Leidenfchaften derBosheit und des Neides ab.

Es ift offenbar, dafs wir ein gröfseres oderkleineres Vergnügen oder Mifsvergnügen bei der Be-trachtung unfres eignen Schickfals und Zuftandesempfinden müffen, je nachdem wir uns diefe mehroder weniger glücklich oder unglücklich vorftellen,nach dem Maafse des Reichthums der Macht, desVerdienftes und der Ehre, welche wir zu befitzenglauben. Da wir nun die Dinge feiten nach ihreminnern Werthe beurtheilen, fondern tinfre Begriffevon ihnen nach der Vergleichung mit andern ein*richten; fo folgt, dafs je nachdem wir bei anderneinen gröfsern oder kleinern Theil des Glücks oderUnglücks bemerken, wir darnach auch unfer eignesfchätzen und nach diefem Maafsftabe Luft oder Un»

luft