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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
167
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Von der Liebe und dem Haffe. i6jr v

nach der obigen Erklärung aus dem allgemeinen Prin-cip der Sympathie abgeleitet werden kann, fo mufsman geftehen, dafs fie alle aus diefem Grunde entftehen.Eine in diefem Stücke auszunehmen, mufs höchft un-gereimt fcheinen. Da fie alle anfänglich in dem Ge-xnüthe der einen Perfon gegenwärtig find, und nach-her in dem Gemüthe eines andern erfcheinen; undda die Art ihrer Erfcheinung, erft als ein Begriffund dann als eine Impreffion in jedem Falle diefel-bige ift, fo mufs der Uebergang von einem und ebendemfelben Grunde herrühren. Ich bin wenigftensficher, dafs diefes Raifonnement fowohl in der Phi-lofophie der Natur, als im gemeinen Leben, alsgewifs und zuverläffig angefehe'n werden kann.

Noch ein Beweis, dafs das Mitleiden feinenGrund in der Einbildungskraft hat, ift, dafs esgrofsentheils von der Nähe und felbft von dem An-blicke des Objekts abhängt, nicht zu gedenken,dafs Weiber und Kinder dem Mitleiden am meiftenunterworfen find, als welche durch diefes Vermögenam meiften geführt werden. Diefelbige Schwach-heit, welche macht, dafs fie bei einem entblöfstenDegen in Ohnmacht fallen, wenn fie es auch gleichin der Hand ihres beften Freundes fehen, machtauch, dafs fie gegen diejenigen'ein aufserordentlichesMitleiden fühlen, welche fie in Schmerz oder Be-trübnifs fehen. Solche Philofophen, welche diefeLeidenfchaft von, ich weifs nicht was für fubtilenReflexionen über die Unbeftändigkeit des Glücksund von dem Gedanken herleiten, dafs unfer Wefen

eben