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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
161
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Von der Liebe und dem Haffe. 16t

den, dafs die einzelnen' fich felbft ganz verlieren,und blos die einförmige Impreffion abändern, wel*che von dem Ganzen entfteht. Einige der feltfam*ften Erfcheinungen der tnenfchlichen Seele rührenvon diefer Eigenfcliaft der Leidenfchaften her.

Indem ich diejenigen Ingredienzien prüfe,Welche einer Vereinigung mit Liebe und Hafs fähigfind, fange ich an ein Mifsgefchick inne zu werden,das gewiffermafsen jedes Syftem der Philofopliie,Womit bisher die Welt bekannt geworden ift, ge*troffen hat. Man findet gemeiniglich, dafs w r ennman vermittelft einer befondern Hypothefe die Wir*kungen der Natur erklären will; unter einer An*zahl von Erfahrungen, die genau mit den Princi*pien, die wir befeftigen wollen, übereinftimmen,fich immer irgend ein Phänomen findet, welcheshartnäckiger ift, und fich nicht fo leicht nach un*ferm Zweck bequemen will. Dafs diefes fich in derNaturwiffenfchaft oft zuträgt, darf uns nicht wun*dern. Das Wefen und die Zufammenfetzung deräufsern Körper ift in fo viele Dunkelheiten verhüllt,dafs wir uns nothwendig in unfern Schlüffen oderVielmehr Vermuthungen über daffelbe in Widerfprii*eben und Ungereimtheiten verwickeln müffen» Alleinda die Vorftellungen der Seele vollkommen bekanntfind, und ich in meinen Schlüffen über fie alle nurmögliche Vorficht angewandt habe, fo habe ich im*mer gehofft, Von folchen Widetfprüchen frei zubleiben, die man bei jedem andern Syfteme antrifft.Was die Schwierigkeit anbetrifft, die ich gegenwär*Zweiter Band. L tiä