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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
155
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Von der Liebe und dem Haffe. ijj

gniigen; und diefes Vergnügen wird dem Beobach-ter durch die Einbildungskraft mitgetheilt, welcheeinen Begriff erzeugt, der der urfprünglichen Im-preffion an Stärke und Lebhaftigkeit ähnlich ift.Diefer angenehmeBegriff oder Impreffion ift mitLie-be verknüpft, welche eine angenehme Leidenfchaftift. Sie kommt von einem denkenden mit Bewufst-feyn begabten Wefen und diefes ift das eigentlicheObjekt der Liebe. Aus diefem Verhältniffe der Im-preffionen und der Identität der Begriffe entftehtmeiner Hvpothefe gemäfs die Leidenfchaft.

Die befte Art, uns mit diefer Meinung zu ver-einigen, ift, einen allgemeinen Ueberblick auf dasUniverfum zu werfen, und die Macht der Sympathiedurch die ganze thierifche Schöpfung, ingleichendie leichte Mittheilung der Empfindungen und Ge-danken der denkenden Wefen untereinanderzu be-merken. In allen Gefchöpfen, die nicht andre fref-fen und nicht von heftigen Leidenfchaften regiertwerden, ift ein grofses Verlangen nach GefellfchaftAchtbar, welches fie zufammen verbindet, ohne eini-ge Ausficht auf die Vortheile, die aus ihrer Vereini-gung entfpringen können. Noch Achtbarer ift die-fes insbefondere an demMenfchen, welcher dasjenigeGefchöpf in der Welt ift, der das heifsefte Verlan-gen nach Gefellfchaft hat, und der auf das vortheil-haftefte für fie eingerichtet ift. Wir können keinenWunfch haben, der nicht eine Beziehung auf dieGefellfchaft i hätte. Eine vollkommene Einfamkeitift vielleicht die gröfste Strafe, die man erfinuen kann.

Jedss