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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
149
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Von der Liebe und dem Haffe. 149

die Begriffe von angenehmen Weinen, Mufik oderGärten den reichen Mann ergötzen, lebhaft und an-genehm werden, die Phantafie doch nicht bei ihnenftehen bleiben, fondern ihren Blick auf die mit die-fen Dingen in Verbindung ftehendem Objekte rich-ten wird; und hauptfächlich auf die Perfon, welchefie befitzt. Und diefes ift um fo natürlicher, da derangenehme Begriff oder das Bild vermittelft feinerBeziehung auf das Objekt, hier eine Leidenfchaftgegen die Perfon hervorbringt; fo dafs die Einbil-dung unvermeidlich zu der urfprünglichen Vorftel-lung kommen mufs, da fie das Objekt der abgelei-teten Leidenfchaft ausmacht. Aber wenn fie zuder urfprünglichen Vorftellung kömmt, und ihrGegenftand, als einer, der diefe angenehmen Ob-jekte geniefst, betrachtet wird, fo ift eigentlich dieSympathie die Urfache diefer Leidenfchaft; unddas dritte Princip ift ftärker und allgemeiner alsdas erfte.

Hierbei bedenke man noch, dafs Reichthumund Macht ganz allein, felbft wenn fie nicht ange-wendet werden, natürlicherweife Achtung und Ehr-furcht verurfachen: und dafs folglich diefe Leiden-fchaften nicht von dem Begriffe fchöner oder ange-nehmer Objekte entftehen. Es ift wahr, Geld ent-hält eine Art von Vorftellung folcher Objekte in fich,da es Macht gewährt, diefelben zu erhalten; undum deswillen kann man es immer noch für ge-fchickt halten, folche angenehme Bilder herbeizu-führen, welche die Leidenfchaften erwecken kön-

nen.