*4® Ueber die menfchliche Natur.
hervorbringt, und diefes ift alfo das eigentümlicheObjekt der Liebe und Neigung.
Es ift bekannt, dafs die Menfchen fich nach ihrenbefondern Temperamenten und Gemiithsarten ihreGefellfchaft ausfuchen, und dafs Leute von muntermTemperament auch gewöhnlich muntere Menfchenliehen; fo wieernfthafteleichteineNeigung zuernft-haften fühlen. Hiervon liegt der Grund nicht alleindarinnen, weil fie eine Aehnlicbkeit zwifchen fichund andern bemerken, fondern auch in der Naturihrer Gemüthsart felbft, und in einer gewiffen Sym-pathie, welche allemal zwifchen ähnlichen Charak-teren entfteht. Wo fie die Aehulichkeit bemerken,da wirkt diefe wie ein Verhältnifs und bringt eineVerknüpfung der Begriffe hervor. Wo fie keinebemerken, da wirkt fie durch ein anderes Princip;und wenn diefes letztere Princip dem erftern ähnlichift, fo mufs es als eine Beftätigung des vorhergehen-den Raifonnements angefehen werden.
Der Begriff unfrer felbft ift uns allemal innigftgegenwärtig, und verfchafft dem Begriffe eines an-dern Objekts, mit welchem wir in Verbindung fte-hen, einen ftarken Grad von Lebhaftigkeit. Dieferlebhafte Begriff verwandelt fich nach und nach ineine xvirkliche Impreffion; da diefe zwei Artender Vorftellungen in einem grofsen Maafse diefelbi-gen find, und fich blos ihren Graden der Stärke undLebhaftigkeit nach von einander unterfcheiden.Aber diefer Wechfel mufs mit defto gröfserer Leich-tigkeit hervorgebracht werden, da in unfrer Natur
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