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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
136
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rj6 Ueber die menfchliche Natur.

Vierter Abfchnitt.

Von der Liebe zu den Verwandten.

Nachdem ich alfo erklärt habe, warum ver-fchiedene Handlungen, die eine wirkliche Luft oderUnluft erwecken, keinen, oder doch nur einenfchwachen Grad von der Leidenfchaft der Liebe oderdes Haffes gegen die handelnden Perfonen hervor-bringen; fo wird es nunmehr nöthig feyu zu zei-gen, worinne die Luft oder Unluft derer Objektebefteht, welche nach der Erfahrung diefe Leiden-fchaften hervorbringen.

Nach dem vorhergehenden Syfteme wird alle-mal ein doppeltes Verhältnifs der Impreffionen undBegriffe zwifchen der Urfache und Wirkung erfo-dert, wenn entweder Liebe oder Hafs hervorge-bracht werden foll. Aber ob diefes gleich im All-gemeinen wahr ift, fo ift hierbei doch zu merken,dafs die Leidenfchaft der Liebe nur durch ein Ver-hältnifs verfchiedener Art, nemlich zwifchenuns felbft und dem Objekte erweckt werden kann;oder noch eigentlicher zu reden, dafs diefes Ver-hältnifs ftets von den beiden andern begleitet wird.Wer durch irgend eine Verknüpfung mit uns verei-niget ift, ift jederzeit, ohne Rückficht auf feineübrigen Eigenfchaften, nach Proportion feiner Ver-bindung mit uns eines Theils unfrer Liebe gewifs.So bringt die Blutsverwandtfchaft in der Liebe derEltern zu ihren Kindern das ftärkfte Band hervor,

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