Ija Ueber die menfchliche Natur.
ftändig, um der Grund diefer Leidenfchaften zu feyn.Es erreicht nicht den empfindenden und denkendenTheil, und rührt weder von einer beharrli-chen Eigenfchaft in ihm her, noch läfst es etwaszurück; fondern geht in einem Augenblicke vorüber,und ift, als ob es nie da gewefen wäre. Eine Ab-ficht hingegen verräth gewiffe Eigenfchaften, welchebleiben, wenn die Handlung gefchehen ift, und die-fes verknüpft fie mit der Perfon und erleichtert denUebergang der Begriffe von dem einen zum andern.Wir können niemals an fie denken, ohne dafs unsdabei diefeEigenfchaften einfallen ; wenn nicht Reueund ein verändertes Leben eine Aenderung in die-femStücke hervorgebracht haben, in welchem Falledia Leidenfchaft gleichfalls verändert wird. Diefesift alfo ein Grund, weshalb eine Abficht zur Er-weckung der Liebe oder des Haffes erfordert wird.
Aber wir mtiffen ferner erwägen, dafs eine Ab-ficht, aufser dafs fie das Verhältnifs der Begriffe ver-ftärkt, auch oftmals nöthig ift ein Verhältnifs derImpreffionen hervorzubringen und Vergnügen oderMifsvergniigen zu erwecken. Denn man weifs, dafsder hauptfächlichfte Theil einer Beleidigung in demHaffe und der Verachtung befteht, welche die Per-fon, die uns beleidiget, zu erkennen giebt, und dafsohne demfelben der blofse Schmerz uns weit weni-ger unangenehm ift. Eben fo ift eine Gefälligkeithauptfächlich deswegen angenehm, tveil fie unfrerEitelkeit fchmeichelt, und ein Beweis von der Zu-neigung und Achtung der Perfon ift, welche fie uns
erwei-