Druckschrift 
2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
125
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Von der Liebe und dem Haffe. nf

Weg zwifchen ihnen wird nur dadurch leichter undnatürlicher gemacht.

So wie wir in dem vorhergehenden Verfuchefanden, dafs ein Verhältnifs der Begriffe, welches,vermöge eines befondern Umftandes, aufhört feinegewöhnliche Wirkung zu haben, nemlich den Ue-bergang der Begriffe zu erleichtern, ebenfalls auf-hört auf die Leidenfchaften zu wirken, fo finden.,wir auch in dem gegenwärtigen Verfuche diefelbigeEigenfchaft an den Impreffionen. Zwei verfchiede-ne Grade ein und eben derfelben Leidenfchaft findzuverläfsig mit einander verknüpft; aber wenn derkleinere zuerft gegenwärtig ift, fo hat er wenig odergar kein Eeftreben, den gröfsern herbeizuführen;und diefes deshalb, weil die Hinzufügung des grof-fen zu dem kleinen eine merklichere Veränderungin der Gemüthsftimmung hervorbringt, als die Hin-zufügung des kleinen zu dem grofsen. Wenn diefeErfcheinungen recht erwogen werden, fo wird manfinden, dafs fie überzeugende Beweife diefer Hypo-thefe find.

Und diefe Beweife werden beftätigt, wennman die Art betrachtet, wie die Seele hier den Wi-derfpruch hebt, den ich zwifchen den Leidenfchaf-ten und der Einbildung bemerkt habe. Die Phan-tafie geht leichter von dem kleinen zum gröfsern,als von dem gröfsern zum kleinern: aber im Gegen-theil bringt eine heftige Leidenfchaft leichter einefchwache, als eine fchwache eine heftige hervor.In diefem Widerftreite trägt zuletzt die Leidenfchaft

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