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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
116
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ti6 Ueber die menfchliche Natur.

Urfachen wirken alsclenn mit einander zufammen,und machen den ganzen Uebergang bequemer undleichter. Aber wenn es lieh zutragen follte, dafsdas Verhältnifs der Begriffe zwar eigentlich zu re-den daffelbige bliebe, aber dennoch feinen Einflufs,wodurch der Uebergang der Einbildung verurfachtwird, nicht mehr ftatt fände, fo mufs augenfehein-

lich auch fe : n Einflufs auf die Leidenfchaften weg- j

fallen, da er ganz und gar von diefem Uebergar.ge J

abhäimt. Diefes ift der Grund, warum Stolz oder j° f

Demuth ficli nicht fo leicht in Liebe oder Hafs ver- j

wandeln, als die letztem Leidenfchaften in die er- |ftern. Wenn jemand mein Bruder ift, fo bin ich Igleichfalls der Seinige: aber obfehon die Verhält- fniffe weclifelfeitig find, fo find ihre Wirkungen auf j!die Einbildungskraft fehr verfchieden. Der Ueber- fgang von der Betrachtung einer Perfon, die mit uns ■verknüpft ift, zu unfrer eigenen, deren wir uns je-den Augenblick bewufst find, ift leicht und frei. ! :Aber wenn das Intereffe einmal auf unfer Selbft ge-richtet ift, fo geht die Phantafie nicht eben fo leicht [von diefem Objekte zu einer andern Perfon über, obes gleich noch fo genau mit uns verknüpft ift. Die- ||ler leichte oder fchwere Uebergang der Einbildungs- ^kraft wirkt auf die Leidenfchaften, und erleichtert foder erfchwert ihren Uebergang; welches ein deut-licher Beweis ift, dafs diefe zwei Fähigkeiten der iLeidenfchaften und der Einbildung mit einander jverknüpft find, und dafs die Verhältniffe der Be-griffe einen Einflufs auf die Leidenfchaften haben.

Aufser