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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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94 lieber die menfchliche Natur.

deshalb muffen die Urfachen ihres Stolzes und ihrerDemuth allein in dem Körper liegen, und könnennie weder in der Seele, noch in äufsern Objektengefucht werden. Aber was den Körper anbetrifft,fo verurfachen diefelbigen Eigenfchaften in denThie-ren Stolz, welche es bei demMenfchen thun; Schön-heit, Stärke, Behendigkeit oder andere möglicheund angenehme Eigenfchaften find hier die allgemei-nefi Gründe diefer Leidenfchaft.

Die nächfte Frage ift, ob, da diefe Leidenfchaf- \ten durch die ganze Schöpfung diefelbigen find undaus gleichen Urfachen entftehen, ob auch die Artund Weife, wie die Urfachen wirken, diefelbigefey. Nach allen Regeln der Analogie ftiufs diefeserwartet werden; und wenn wir bei einem Verfuchefinden follten, dafs die Erklärung diefer Phänomene,deren wir uns bey der einen Art bedienen, nichtauch auf die übrigen angewendet werden könnte,fo können wir mit Grunde vermuthen, dafs diefe'Erklärung, fo fcheinbar fie übrigens feyn mag, inder That grundlos und falfch fey.

Um diefe Frage zu entfcheiden, fo lafst unserwegen, dafs offenbar in den Seelen der Thiereund der Menfchen ein gleiches Verhältnifs derBegriffe da fey und von gleichen Urfachen herrühre.Ein Hund, der feine Knochen verfteckt hat, ver-gifst öfters die Stelle; aber wenn er dahin gebrachtwird, fo verfällt er durch das Verhältnifs der Kon-tiguität, welches unter feinen Begriffen eine Ver-bindung hervorbringt, leicht auf das, was er ehe-mals