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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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9* Ueber die menfchliehe Natur.

beinahe diefelbe in allen ^hieren ift, dafs die nein-liehe Hypothefe, welche in der einen Art die Be-wegung der Muskeln, das Verdauungsgefchäft, dieCirkulation des Blutes erklärt, auch auf die andernanwendbar feyn müffe; und je nachdem fie mit denVerfuchen, die wir mit einer gewiffen Art von Ge-fchöpfen machen, übereinftimmt oder nicht, fo kön-nen wir auch einen Beweis ihrer Wahrheit oderFalfchheit für das Ganze daraus hernehmen. Lafstuns alfo diefe Art zu unterfuchen, die man beiSchlüffen über den Körper fo richtig und nützlichfindet, auf unfre gegenwärtige Anatomie der Seeleanwenden, und lafst uns fehen, was wir dadurchfür Entdeckungen machen können.

Zu diefem Behufe muffen wir erftlich die Ue-bereinftimmung der Leidenfchaften in Men-fchen und Thieren zeigen, und fodann die Urfa-chen vergleichen, welche diefe Leidenfcliaftenhervorbringen.

Nun kann man nicht zweifeln, dafs gröfsten-theils bei jeder Thierart, vornehmlich aber wennfid von der edlen Gattung find, viele deutliche Zei-chen des Stolzes und der Demuth angetroffen wer-den. Das äufsere Anfehen und das Benehmen einesSchwanes, eines Truthahns, oder eines Pfaues,zeigen den hohen Begriff, den diefe Thiere vonfich felbft haben, und ihre Verachtung aller übri-gen. In den letztem beiden Thiergattungen ift die-fes um fo merkwürdiger, da der Stolz immer dieSchönheit begleitet, und nur bei dem männlichen

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