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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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lieber die menfchliche Natur.

wirklich zu befitzen, die Meinungen der ganzen Welthierüber ihm wenig Vergnügen machen; und diefesdeshalb, weil fie nie unfre eigne Meinung nach fichziehen können.

Nichts ift gewöhnlicher, als dafs Leute vonguter Familie, wenn fie verarmen, ihre Freundeund ihr Vaterland verlaffen, und ihren Unterhaltdurch geringe und niedrige Handarbeit lieber unterFremden fuchen, als unter folchen, die mit ihrerGeburt und Erziehung bekannt find. Wir werdendort, wo wir hingehen, fagen fie, unbekannt feyn.Kein Menfch wird vermuthen, dafs wir von einerfo vornehmen Familie find. Wir werden von allenunfern Freunden und Bekannten entfernt feyn, undunfre Armutli und Niedrigkeit wird für uns dadurcherträglicher werden. Ein prüfender Blick auf diefe Ge-finnungen entdeckt mir eine Menge fehr überzeugen-der Gründe für meine gegenwärtigen Behauptungen.

Erft lieh können wir hieraus den Schlufsziehen, dafs das Mifsvergniigen über die Verach-tung anderer von der Sympathie abhängt, und dafsdie Sympathie von dem Verhältniffe der Objekte zuuns abhängt; indem wir uns bei der Verachtungfolcher Perfonen fehr übel befinden, die mit unsdurchs Blut und durch den Wohnort verknüpft find.Deshalb fuchen wir diefe Sympathie und diefes Mifs-vergniigen dadurch zu fchwächen, dafs wir diefeVerhältniffe trennen, und uns in einem Orte nie-derlaffen, wo die Menfchen uns fremd, und unfreVerwandten entfernt find.

Zwei-