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Ueber die menfcliliche Natur.
des Stolzes und der Demuth fevn, welches eine un-vermeidliche Folge diefer Unterfcheidung ift.
Aber gefetzt auch, diefe Hypothefe der Moral-philofophie follte :falfch befunden werden, fo iftdennoch einleuchtend, dafs Luft und Unluft, wennfie auch nicht Urfachen der Tugend und des La-fters find, wenigftens mit ihnen in unzertrennlicherVerknüpfung ftehen. Ein grofsmüthiger und edlerCharakter gewährt uns Vergnügen, wenn wir auchnur flüchtig an ihn denken; und wird jedesmal,wenn er uns vorgeftellt wird, follte es auch nur ineinem Gedicht oder in einer Fabel feyn, uns ange-nehme und reizende Empfindungen verurfachen.Auf der andern Seite mifsfallen Graufamkeit undVerrätherei fchon vermöge ihrer Natur; und es iftnicht möglich, uns mit diefen Eigenfchaften auszu-föhnen, wir mögen fie in uns felbft, oder in andernantreffen. Tugend bringt alfo allemal ein Vergnü-gen hervor, das von dem Stolze, der fie begleitet,verfchieden ift, und Lafter ein Mifsvergniigen, dasmit der Demuth oder mit der Unzufriedenheit dar-über, nicht einerlei ift. So ift alfo die eine Hypo-thefe der Moralität ein unläugbarer Beweis für dasvorhergehende Syftem, und die andere verträgt fichwenigftens mit ihr.
Aber Stolz und Demuth entfpringen nicht vondiefen Eigenfchaften des Gemüthes allein, welchenach dem hergebrachten Syftem der Moraliften alsTheile der moralifchen Schuldigkeit anzufehen find,fondern auch von mehrern andern, die mit Luft
und