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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Ueber die menfchliche Natur.

feyns begleitet. Es ift daher der Grund leicht zubegreifen, warum diefe Urfache nicht mit gleicherStärke auf Freude und Stolz wirkt; da der Begriffdes Selbft zu der erftern Leidenfchaft nicht fo we*fentlich gehört, als zu der letztem.

V. Noch als eine fünfte Einfchränkung, odervielmehr Erweiterung diefes Syftems, möchte ichhinzufügen, dafs allgemeine Regeln nicht nurauf Stolz und Demuth, fondern auch auf alle andreLeidenfchaften einen grofsen Einflufs haben. Des-halb machen wir uns einen Begriff von dem ver-fchiedenen Range unter den Menfchen, nach derMacht oder nach den Reichthümern, die fie befi-tzen; und diefen Begriff ändern wir nicht, wennauch gleich die befondern Umftände der Gefundheitoder des Temperaments der Perfonen fo befchaffenfind, dafs fie fie alles Genuffes ihrer Befitzungen be-rauben. Diefes kann man aus denfelbigen Gründenerklären, aus welchen der Einflufs der allgemeinenRegeln auf den Verftand deutlich gemacht wird.Die Gewohnheit bringt uns in unfern Leidenfcliaf-ten eben fo leicht über die Grenzen hinaus, als inunfern Schlüffen. Ich kann nicht vergeffen, beidiefer Gelegenheit noch zu bemerken, dafs der Ein-flufs der allgemeinen Regeln und Grundfätze auf dieLeidenfchaften fehr viel beiträgt, die Wirkungenaller Principien zu erleichtern, welche wir in demVerfolg diefer Abhandlung erklären werden. Dennwenn ein Menfch, der fchon völlig erwachfen, undmit uns von gleicher Natur wäre, plötzlich in unfre

Welt