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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Ueber die* menfchliche Natur,

Selbft zieht, und macht, dafs tvir an unfre eigenepefchaffeuheiten und Zuitände denken.

Wenn diefes vollltändig begriffen ift, fo kannpian die Frage aufwerfen: Ob die Natur die

Leidenfchaft unmittelbar von fei b ftJie r vorbringt; oder ob fie des Bestan-des und der Mitwirkung anderer Urfa-chen bedarf? Denn es ift zu merken, dafs ihrBenehmen bei den verfchiedenen LeidenfchaftenUnd Empfindungen in diefem Stücke verfchieden ift.Der Gaum mufs durch ein äufseres Objekt gereiztwerden, wenn er angenehme Empfindungen hervor-bringen foll: der Hunger hingegen entfteht inner-lich, ohne alle Mitwirkung eines äusfern Objekts.Allein wie es auch immer mit andern Leidenfchaf-ten und Impreffionen ftehen mag, fo ift es doch inAnfehung des Stolzes gewifs, dafs or den Beiftandpines fremden Objekts erfodert, und dafs che Orga-ne, welche ihn erzeugen, ficli nicht durch eine ur-fprüngliche innere Bewegung, gleich dem Herzenpnd den Arterien von felbft wirkfam bewejfen^Denn erftlich überzeugt uns die tägliche Erfah-rung, dafs der Stplz gewiffe Ürfachen erfodert, dieihn erwecken, und dafs er nachläfst, fobald ernicht durch irgend einen Vorzug in dem Charak-ter, in körperlichen Vollkommenheiten, in Klei-dung, Equipage oder Vermögen unterftützt wird,Zweitens ift es offenbar, dals der Stolz beftän-dig fortdauren müfste, wenn er unmittelbar aus derNatnr entftiinde indem; das ^Objekt allenthalben

daf-