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916er mit Welker SSirtuofität hat er nun ooldenbS biefe Aufgabe gelöst! S<h habefd)on früher bie Unabhängigfeit unb $orauSfehungSlofigfeit, mit melier ftd^ K. jeheriXnterfud^uug wibmet, heroorgehoben. K. felbft hatte oon biefer abfoluten Freiheit berpbitofophifdjen Unterfuchung baS llarfte Söetoußtfein. (SS finbet fid) hierüber in berKritif ber reinen Vernunft (S. 57) unter anberem folgenbe Steife: „®te Vernunftmuß fid) in allen ihren Unternehmungen ber Kritil unterwerfen unb fann ber Freiheitberfelben burd) fein Verbot SIBBrud) th«n, ohne ftd> fetBft ju fdjaben unb einen il;rnad)tf)eiligen 3$erba<ht auf fid) ju jiehen. SDa ift nun nichts fo widjtig, nichts fo heilig,baS fid) biefer prüfenben unb mufternben ®urd)fud)ung, bie fein Slnfeheu ber ißerfonfennt, entstehen bürfte. Inf biefer Freiheit Beruht fbgar bie (Spiftens ber 33 er =nunft, bie fein bictatorifd>e§ 3lnfel)en hat, fonbern bereu SluSfprud) feberjeit nichts alsbie (Sinftimmung freier 33ürger ift, bereu jeglicher feine S3ebenttidjfeiten, ja fogar fein33eto, ohne ^uriidhalten, mujj äußern fömten." Unb hat eS jemals einen freien, oonaller äußeren Sluctorität unb wäre fie burd) ben ©ebraudj oieler 3al)rl)unberte geheiligtgewefen, unabhängigen unb burd) fein SSorurthcil geBIenbeten SStann gegeben, fo war eSKant, unb hat er biefe §äl)igfeit $u einer freien gorfdjung irgenbwo Bewährt, fo ifteS in ber Kritil ber reinen 33ernunft gefallen. Keine Sluctorität, fein §erfommen im=ponirt ihm hier; feine ©ewohnljeit f eff eit ihn; er ftettt fid) ganj frei unb oorauS=fefcungSloS ber Sadje gegenüber, um bie eS fid) hanbelt, er Betrachtet nichts fdjon alsauSgemad)t, fonbern alles hat erft bie ißrobe ju Beftehen oor bem 33erftanbe unb fid)oor il)m ju rechtfertigen. So würben nicht Bloß bie feften 33orauSfef3ungen feiner bog=matifirenben 3dtgenoffen in $rage gefteUt, fonbern fetBft fog. ®en!gefefce, an bie fid)bie forfdjenben üDtenfdjen feit oielen 3al)rl)nnberten gewöhnt hatten, in ^weifet gezogen.So galt eS feit SStefchengebenlen als ein ©runbfah, baß ber SJtenfd) burd) grünblidjeSStadjbenlen baS 2Befen ber ®inge erfennen fönne. K. ßetradjtet biefen ©runbfahals eine Bloße 33orauSfe(5ung, ja er erflärt fie für eine irrige 33orau8fej5ung unb mad)tbagegen ben Sah geltenb, baß ber Slienfd) nur bie (Srfd) ein ungen ber ®inge,uicßt baS ülnfid) berfelben, wie er'baS Sßefen ber ®inge Be^eidjnet, erfennen fönne.(Sin eben foIdjeS, tl)eilS mit 33ewußtfein, tl)eilS ohne 33ewußtfein, oon ben SJtenfdjenSur (Srforfdjung ber ®inge angewenbeteS Sßrinci^ ift baS fßrincip ber (Saufalität, wo=nad) jeber 33eränbermtg ber Statur eine Urfadje su ©runbe liegen müße. 2lud) bieferSah loirb in fofern, als il)m DBjectiüität jugefdjrieben wirb, geleugnet unb bagegenBehauptet, baß wir in ber Statur nur eine (Srfdjeinung nad) ber anberen warnel)men,baß wir aber oon einer 33erBinbung ber (Srfcheinungen, bie Urfache unb Sßtrfungheißt, in ber Statur fetBft nichts finbeit, fonbern baß wir biefe SBejiehung ber (Saufa=litat aus unferem 33erftanbe, wo fie fid) als einer ber StammBegriffe finbet, erft inbie ®inge hineinlegen. Um noch eins anjufüljren, fo hat eS bie 9Jtenfd)heit wol)I oon3lnBeginn für aBfolut auSgemad)t unb für über allen 3®eifel erhaben angefel)en, baßwir bie ®inge außer unS neben einanber unb ebenfo bie (Srfcheinungenaußer unS nach einanber warnehmen, unb baß biefeS SteBeneinanb erfein ber®inge ober ber Staum unb biefeS Stacheinanberfein ber (Srfcheinungen oberbie 3 e ü objectioe (Sigenfd)aften ber Statur finb. StBer K. läßt aud) biefeS nichtgelten, fonbern fudjt nad)juweifen, baß ber Betrachtenbe SJtenfdj biefe Kategorien beSStaurnS unb ber ßeit nicht in ber Statur gefunben, fonbern fie erft hineingelegt hatober baß Staunt unb 3 e ü fubjectioe Slnfdjauungen finb, welche a priori, b. h-aller Erfahrung im SSerftanbe beS SStenfdjen finb unb baß ber SJtenfd) mit biefen feinem©eifte oon §auS aus immanenten SBefenljeiten nur an bie Statur herangeht unb ba=nad) bie Statur Beurteilt, etwa fo wie man mit einem Sarometer an bie 8uft I)eran=geht, um bie Sdjwere berfelben ju meffen. So geht eS fort. SJtit einer grenjenlofenUnerbittlichkeit geht er an alle foldje oerfefteten SBoranSfehungen beS ®enfenS heran, jer=ftört fie mit feinem fdjarfen SJerftanbe, löst gleidjfam alles fjefle burd) feine Kritif auf,um aus ber flüßig geworbenen SStaffe neue Krt)ftalIifationen ber forfdjenben ®ernunftheroorgehen ju laffen. ®r fängt fo bie tßhttofofotjie oon oorne an; er jertrfimmert biespäbaoog. SncpEfopöbie. III. 2 . Stuft. 58