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3ugciiblcctürc, Sugettblitcratur.
ettted molflgeorbneten ©dfuluntemdjtd. Saju Kommt, baff bie btbaStifc^e 3ugenbfd)riftin wol)loerftanbener ©peculation üon adert Singen unb ©efdjidjten bad ©fünfte unbSlrnüfantefte barbietet unb mit folgern £mntgfeim jene ®naben großjietyt, bie jebenernfteren ©toff bed Unterridftd unfd)madl)aft finben unb mit adern, mad ber Settergieht, fdfon fertig ju fein meinen, weil fie oon adern, mad er giebt, fd)on bad ©üßefteI)inmeggenafd)t traben. Sie ©djlaffljeit unb ^erftreut^eit ber Bugenb, über meldfe mannid^t feiten Klagen I)ört, — bie enctjflopäbifdje 33iel= unb fpalbmifferet unb ber baranfid> fnüpfenbe, über aded raifonnirenbe unb abfpredjenbe Sünfel, wie er ltnferer 3eitüberbauet eigen ift, finben ben ergiebigsten ©oben in bem feidjten unb füßtic^en tpopmlarifiren ber Sßiffenfdjaft, jitn'ädjft für bad ®inb unb bann für bie evwadjfenen Säten.
8) Sie moberne Bugenblectitre überbauet bat fid) oon ber (ßäba=gogif abgelödt. ©ie wirft mit ftärferen IReijen auf bie Bugenb, ald irgenb eineanbere fmbagogifdje Bnftitution fie ju üben oennag ober ju üben berechtigt ift, unbfül)rt in unabläffiger golge immer neue bßbctntafie= unb ©emütlfderregungen unb immerneue, bunt burdfeinanber gebenbe SSorfteduugen ber oieltefenben Bugenb ju. Sie 3ugenb=literatur ift in unferen Sagen ju einer SJiadjt geworben, bie unberufen, aber mit uner=ineßlidjent Einfluffe in bie Erhebung faft ber gefammten Bugenb fid) einbrängt unb inweiterer $oIge auf bie 23ilbung ber ganjen Station eimoirfen muff. Sin ber ^erfahren*beit unb 23Iafirtl)eit unferer Bugenb, über meldje fo oielfad) gctlagt wirb, trägt unfereBugenbliteratur ihren reidjlidjen ©d)ulbantl)eil.
Sa ift ed nun eine bringenbe Pflicht ber fßabagogif, bem ©d)Ied)ten ein @egen=gereicht im ©Uten ju geben. »SBir müjjen ben Süngling lefen lehren, inbem mirihm feist bad ©Ute unb @d)öne jufübren, bamit it}n liinftig bad ©efdfntadlofe unb Un=fittlidje burd) ficb fetbft äurüdftofe." (§erbart.) Sie Slufgabe muff baher babin ge=richtet fein, baff eine gute Bugenblectiire befdjafft unb bie gute gut ge=leitet werbe.*)
*) Sab ©efähtlidje ber Bectiire beleuchtet Dodenberg (beutfdje 3 e itfd)rift) in einem anbernBufammenhang an einer and) in anberen Sejiehungen beacbtenbwertl)en ©teile, bie mir bebmegetthier abgefürjt aufjunehmen unb erlauben. @r fpridft baDon, mie ein fo eben erft in bie Sahnd)riftlid)er Eultur eingetreteneb 33oIl, aud) wo in (einem ©enfen unb (gtnpftnbcn ber neue @e=halt nod) nicht in abäquate gönnen gefaßt ift, fo frifch, birect auf bie @ad)e gerichtet fei, unbbagegen mie Diel gormetwefen unb fPbrafenwetf unfere heutige altgeworbene d)riftliche Söilbungburd) 5 tel)e; bie (Ph ra f e h err f<h e weit unb breit, aud) auf ben fird)tid)en ©ebieten ber Citeratur unbSiebe, unb eb fei bieg ein ©pmptom Don SBenuilberung unb ©rruption ber ©prad)e aub liebet»cultur unb Unnatur. „3n ben reidjen ©chajs ber frommen ©prad)e, bie einft aub ben tiefften(Smpfinbungen unferer S3orfaI)ren beraub gefd)affen mürbe, greift bann mot)t gebanfeitlob unb me»dfanifch ber halb ober ganj weltliche fDtamt unferer Sage, ber nun einmal berufbtnäßig Don Beitju Beit bie Äanjel befteigen muß. 3m Slnfang ift er fid) wol)! nod) bewußt, baß bie Sporte unb©ebanfen, bie er aubfprid)t, ihm fetbft (Mahnungen ftnb, bod) nicht feinerfeitb hinter bem 3nbnltcäurüctjubleiben, ben fie urfprünglid) enthalten, fid) loenigftenö aubjuftreefen nach bemfelben Bielegßttlid)en Cebenb, bab er mit .£m[fe ber fird)Iid)eit Slubbrüdie beiten Dorhält, bie feinem SBorte ju>hören. SIber eb liegt in ber Statur ber mibhanbelten ©eeleiwermögen, baß fie fid) gegen ben Un=terfdfieb jwifchen bem Dodeit ©inn ber SBorte unb ber flüchtigen phrafentfaften Slnmenbung ber»felben mehr unb mehr abftumpfen unb baß fo enblid) ber SJtenfd) bahin geht in mechaitifchcr, ge»mohnheitbrnaßiger 9lubhöt)lung beb ©»elften burd) gebanlenlofen ©ebraud), inbem fein wahrlfaftebSeben anberbmo liegt." (Sb fei bieb nidjt fo gemeint, „alb bürfte Keiner ein 2öort gebrauchen,beffen reicher ©elfatt in bem Slugenblicfe ber Slnmenbung ber ©eele nidft gang gegenwärtig wäre.© wirb im ©egentheil gerabe im ©eretd) ber tiefften Segtiffe immer ein gemißeb Slufftreben ber©eete ju ber gütte beb Slubbrudrb, ben fie ermätjlt hat, DorI)anben fein. Ülber biefeb bewußte Stuf»ftreben batf eben nid)t fehlen, unb nur fo lange eb ba ift unb alfo ber defectus gefühlt unb jnDerminbern gefueßt Wirb, bleibt bie Serfhiebenheit Don reifem SBort unb unreiferem geben eineerträgliche, nur fo lange gilt eb, baß bab SBort, inbbefonbere bab heilige SBort, meld)eb man inben fBtunb nimmt, ben lahmen fdtenfdjengeift emporträgt, über bie ©chranfen himwb,bie unb in unferer fo unb fo weit entroicfelten,allenthalben bebingten ^)erfoulid)!eit fo oft beengen.“