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Sttfleitblectüre, Sugenbltteratur.
jutreten pflegt, ©otdje (Schriften enthalten oft ganj fcfjotte 93etrachtungen ber Sitte«ü6er bieSinber, aber eg ftnb nidht Südjer für bte ifinber; benn ®inber wiffen nichtsbaoon, baff fie glüdtid) unb unfdjulbig ftnb, itnb braudjen c§ auch rttcfjt ju wiffen, «nbwenn man ihnen anlehrt, 93etrad)tungen über bag ißarabieg it>rcr Sinbheit anjufteflen ober»on iljrer eigenen SiebenSwürbigfeit, grönunigfeit unb llnfcfjutb ju bectamiren unb jufingen, fo ertöbtet man bamit bie ®inbtid;feit. ©elbft ber finnige unb finblidje §ehjireift in feinem: «Sin fperj, ein §erj t)ab’ id) in ber 33ruft“ k . unb „gmei Slugenlijab’ ich ic." an biefe Stefleyiongmeife. 3 U t»et<f)er 333ibertidjfeit unb Seidjtfertigfeit abereine foldje ©elbftbefpiegetung auöarten fann, ift 3. 93. bei ber »iel »erfauften t) e 11 a». ©umbert (im ©Bester = 2ltbum, 1858 ) in bem 9luffa£e »bie S3tetamorbh D f e berVadfifche" ju feljen. — (Sine altclafftfdje gorm ber SJtoral,
3 ) bie gabet, ift »on unferer mobernen Stinberliteratur jumeift alten Oueßenentlehnt unb nur in einer befonberen Slrt, bie mir bie fabulirenbe ^inberpoefienennen möd)ten, einigermaßen felbftanbig fortgebitbet morben. ®er gtücflicfje ©rfinberbiefer ©attung mürbe 2Bitt)etm £>eh (©uperintenbent in Sd)tergt)aufen, t 1854 ), beffen50 gabeln (junäcfyft brioatint für ein 5¥inb beftimmt) mit ben finnigen 3eid)nungen »onOtto ©becfter batb ( 1833 ) weit »erbreitet mürben. © finb nidjt immer eigentlidje gabeln,fonbern oft nur ißerfonificationcn ber Statur, aber burcfyweg liebliche, mit tiebeooflem,finbtid) reinem unb ed)t b»etifd)em ©inne auggefüt)rte Silber, an benen 2llt unb 3ung(ich erfreut. Stur bie jmeiteu, bie SStorat enthaltenen Verfe, bie, um bag Dctaoformataugjufüßen, beijufügen waren, tragen bie ©büren ber 9(bfid)tlicbfeit. ^etj’S gäbet«haben neben ber SBirfung itjre? eigentümlichen SBertheg noch in mehrfacher §inftd}teinen bteibenben ©influß geübt; fie t)aben mit ihrem reinen Äinberton ber 3ugenb=titeratur eine neue ©bur ju bem frltfjeften, nodj budjftabirenben SinbeSalter »er=ratzen unb ©bedter’g tebengooße geidjnungen gaben ben Slnftoß 3U baffenben 3:ßu=ftrationen. ®er »on §eh angefdjtagene £on ftingt in jahtreichen Variationen nach,fo bei gröblich, grtebrich ©ütt, ißoeei, Steinid, ®ieffenbad; u. a. 3)a8Vorbilb ber 50 gabeln ift aber »on feinem erreicht morben, aud) nicht »on §ety fetbftin feiner jmeiten Steife »on 50 gabeln unb in feinen Seiten ju ißrätoriug’ ®riegg=bferb unb §. -3. ©chneiber’g »bag ftinb »on ber SBiege bis jur ©dhute". ^Dagegenftnb ©bedter’g ^otjfdjnitte »on »ieten, 3. 93. »on $occi, 8 . Stidjter, ^31etfunb anberen ®re8bner unb SJJUnchner Zünftlern, gerne na<hgeahmt unb tedjnifdjübertroffen morben. ©ine ga«3 anbere 9lrt be§ gabutireng unb ber 3eid)nungführte Heinrich ipofmann’g (Slrgt in granffurt a. SSt.) ©trumwetbeter ein;— biefe auggetaffene, grotegfe ißoffe, bie »on Stofenfranj gerühmt, in einer SStißion»on ©yemblaren über bie halbe 2BeIt »erbreitet, »on bem Verfaffer fetbft (im $önigStußfnader u. bgl.) unb »on »ieten anberen nachgeahmt morben ift, aber wohl für nidjtgmehr gelten foß, al8, wag fie anfänglich mar, für einen augcnblidtidjen ©djerj, ben berhumoriftifdje Vater an einem luftigen Slbenb mit feinen Sinbern trieb. — 9118 ein er=fbeutidjeg 3eid)en be8 gortfdjritteg finb
4 ) bie d)rifttid;en ffugenbfdjriften 31t betradjten. 933äljrenb ber rationatuftifdj=^ilant^rofjiftifdjeit ülufflarunggperiobe im 9lnfang biefeg 3al)rt)unbertg ^atteg. 91. Ärnmmadjer mit feinen jmar nid)t ganj naturmüdjfigen, aber immerhin ftnn=reifen unb tiebtid)en Parabeln ( 1800 ) bag tiefere djriftlidje ©tement fet)r »creinfamt»ertreten. Städjft i^m gebührt bem finbtid)=frommen ®att)otifen ©t)rifto^h ». ©djmibba8 Verbienft, unfere Qugenbtiteratur auf bie wahren Oueßen be8 £>eilg jurüdgeroiefen3« haben; unb bie greube, mit metdher feine ©driften begrüßt mürben, jeugt ba»on,baß ber dhrifttidhe ©inn in unferem Volfe nod; nidjt ganj »erfchmunbe« mar. Slberbeflagen muß man, baß fdjon ©djtnib mitunter unb baß noch mc ^ v f e i ne ä a ht=reichen Stachahmer unb unter ihnen fetbft fotd;e, bie nid)t au8 ©pecutation, fonbernau§ mirftidh d>riftlid)er ©efinnung unb mit beuttidjem Talente fdjriebett (wie 3. S.
®ittmar, ©hr. ®. Sarth, ®. »on ©djubert, 91. 9Bitbenhat)n tc.),ihrer guten ©adje burd) 9)tig»erftanb unb Uebertreibung »ielfadh fchabeten. Viele rooßen