868 3ugeublectiire, 3ugcnblitciatui*
nad)l)altiger »irfte bie burd) 3 o a d) im £>einr. ©antpe eingeführte 3ugenbliteratur.©ein iRobinfon (1780) »ar, »aS ben ©toff anbelangt, ber glücflidjfte ©riff, ben ein$inberf<hriftfteßer jener Beit tljun tonnte: ber 3 U 8 ber Sugenb nad) grembem, fernem,Slbenteuerlicpem unb ber pabagogifd)e ©ntljufiaSmuS für fRouffeau’fche Sbealnaturguftänbeunb felbfterfinberifche St^atigfeit fanben auf SRobinfonS »öfter -3nfet il)re aßfeitige Be=friebignng. fRouffeau B>atte ben 3lobinfon ©rufoe als ben föftlichften Büdjerfcbah feineg©mil gepriefen; fdjon (1721) »ar er inS ®eutfd)e überfept, bis jum (fapr 1760 in40 cerfdjiebenen SRobinfonaben nachgebilbet unb enbtid) im SDienfte beS ))3l)ilantI)ropin8oon SBe^ef bearbeitet »erben. Slber erft ©ampe’S fRobhifon »urbe bie Bibel berßinberbüdfer unb burd) il)n ©ampe jum $orppl)äen ber $inberfd)riftfteßer. ©o oer=fc^iebene StRänner, »ie Bogumit © 0 I 5 unb ber gemütl»oße SuftinuS ferner finb oonihm in gleicher 9Beife nod) in ihrem Sitter entjüdt. ßlod) jept ift er faft baS getefenftealler Äinberbüdjer (im 3al)r 1876 erfd)ien bie 89. Sluftage), obgleich feitbem »iebermehr als 20 fRobinfone, barunter ber ©dj»eiäerifd)e oon B3iß unb ber neue SRobinfonbon ©. §. b. ©djubert (1848—77, 6 Sluft.), Ueberfepungen beS echten SRobinfon (1841)unb eine SRenge Bearbeitungen beSfetben 3 . 93. £>orn, ©räbner (10. Sluft. 1876)©eifart u. a. erfdjienen finb. Unb bennod) ift bie Sritif barüber einig, baß an ©ampe’SfRobinfon faft nidjtS gut ift, als baS, »aS nicf)t bon ©ampe Ijerrüljrt. »Bon ber ^o^enfßoefie beS urfprünglidjen fRobinfon ©rufoe ift fyier toenig ju finben; eben fo »enig bonbeffen tiefem ©ebantengepalt; aßeS gel)t l)ier nur auf eine nüd)terne SRoral unb aufeine gan 3 entfeptid) altfluge Slnpreifung med)anif<her f^ertigfeiten unb ©efcfyidlicbleitenhinaus; aber ber ©toff beS fRobinfon ift fo unoer»üftlid), baß er felbft in biefer breitenBer»äfjerung feine (anreißenbe Sl^ieljungStraft behauptet" (§. Lettner, fRobinfonunb bie fRobinfonaben, 1854). gaft eben fo glüdlid) toar ber ©riff, ben ©ampe infeiner »©ntbeduug bon Stmerila" 1781—82, 3 93be. (22 Sluft. 1874) tl)at; aud) hierbat bie fdjulmeifterlidje 3 UT i<b ^ un 9 baS -Qntereffe an bem anjieljenben ©toff nur »enigab 3 ufd)»ädjen oermodß, um fo »eniger, als bie lang»eilig bocirenben Bioifchengefprache(»ie im fRobinfon) fo eingelegt finb, bafj ber Befer fte leidjt überfdjlagen famt, »aSaud) jeber rüftige Snabe in ber Stm* 3 U th un Pflegt. 2Bo aber ©ampe biefe ©toffeoerlaßt (in feiner neuen Sinberbibliothef, 6 93be. 1779—84, 14. Sluft. 1832, feinenfReifebefdjreibungen, 19 93be. 1785—93 unb befonberS in feinem leibhaftigen Sljeopbronunb beffen ©eitenftüd »Bäterlicper 9?atl) für meine £od)ter", oft aufgelegt ( 3 . 93. nocf)1874), ba »irb er felbft fiinbern unerträglich, mährenb feine jDuobe 3 = 9 Beltgefchichte in93erfen 3 »ar Äinber gu amüftren, aber ge»iß nicht 3 U belehren bermag. fRidjtS beflo»eniger hat noch im 3al)r 1831 eine ©ammtung feiner ©chriften in 36 Bänben er=>fcheinen tonnen. £)er ©influß, ben er feiner Bei* auf bte Bilbung ber 3ugenb übteunb jum £l)eil not h übt, ift unermeßlich; unb »enn man fich erinnert, »ie bie enblidjeBerföhnung, »eiche ber Sefoe’fd)e fRobinfon burd) ©ebet unb @otteS»ort finbet, auSbem Bitbe beS ©ampe’fd)en fRobinfou gan 3 oer»ifd)t ift, fo hat man bamit zugleich einfür alle ©ampe’fdjen ©chriften charatteriftifcheS Beiden, baS über bie ^Richtung, in »eld)ttjener ©influß »irtt, nicht in taffen tann, fo getoinnenb audj ber anmuthig
elegante ©til unb bie hanbgreiflidje äRoral erfcheinen mögen. (©. ben Slrtifel ©ampe).
3) ÜReben SBeiße’S höfifd)er ^tnber»elt unb ©ampe’S profaifdjen iRü^lt«h?eitSmen*f^en trat eine britte ©attung oon Sinberfchriften, bie fpecififdj = moraltfche, h e Wor.©^on Q. i|5. SRilter (fRector 3U ^)aHe) »hatte moratifd)e ©chilberungen" (1753—64)für bie Sugenb gefdjrieben, bie (nad) fRiemeper) ihrer 3 e ü »ein atlgetefeneS Bu^ in£)eutfd)lanb" »aren; unb D. 0. Bobrner hatte in feiner reichen titerarifdjen S^h^tigteitauch »Sittliche unb gefühtooHe ©r3ahlungen für bie fRealfchulen“ auSgehen laffen.Slber ber eigentliche ©horführer ber neueren moralifchen Ätnberfchriften »urbe ©hrift.©ottholb ©alsmann, ber nid)t nur mit feiner ©rsieliungSanftalt (©djnepfenthal,1784), fonbern gum £h e ü auch mit feinen ©runbfapen 00m iphüanthropin ftd) abge^3»eigt hatte unb jtoar mit geringer ißrobuctionStraft unb faft »ohne aße Slhnung eine«ibealen SebenS", aber auS ber gfiße einer reinen unb eblen ©efinnung h^auS fein