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3 (1880) Göthe - Kindheit
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SnbuftviefdjiilcH.

iüäcbSt, bad nun audgerüflet »erben fott ju fetßftänbigem Sehen in ©taat unb $ird)e.Sa aber bie gamitie feiten im ©tanbe ift, bie altfeitige Gilbung ihrer ©prößtingerichtig unb audreidjenb ju ßeforgen, fo treten öffentliche Slnftalten an if>re ©teile, bieÜJfängel ju ergänzen unb bie Sinfeitigfeiten ju berichtigen; beibe, bie SßoXfS = unb bie3nbuftriefd)ute, h a ^ en cilfo ber gamitie ju bienen. 3ebod) ift nicht ju überfeinen, baßbad 93erf)ältnig ju beiben in ben Familien ber arbeitenben Staffen fein gleiches ift,inbem bie lederen für bie Erziehung jur älrbeit in weit größerem 9)taße (Gelegenheit,@efd)id unb 33ebürfnid h^n, ald für bie geiftige Studbilbung. Saraud folgt, baßihnen in biefer ^Beziehung and) ein größered 9ied)t jufleht an it;re Sinber, an ihre Slr=beit unb £ütfe, an ihre £h e ^ na h ,ne alTt Sßoht unb 3Bet)e, ben ©orgen unb ©efdjäftenbed £>aufed. §ierin befonberd finbet bad oon ©ott georbnete innige SBerhältnid jttUfchen SItern unb ®inbern feine natürliche ©runblage unb bie Erziehung jur Siebe, juvSanfbarfeit unb junt ©etjorfam itjr ge»eit)ted gelb. Sd barf baffer bie Slrbeitdfdjulenicht biefelben 2lnfprüd)e an bte gamitie madjen, wie bie Unterrichtdfchule.

4 ) ©d)on aud biefem ©runbe, »ie noch oud oieten anberen, finb beibe 23ilbungd=anftalten getrennt oon einanber ju tjatten, »enn fie fid) auch parallel neben einanberbetoegen unb beiben bie freunblid)ften ^Beziehungen ju einanber ju toünfchen finb. $utrennen finb fie, toeil jebe ihr eigened ©ebiet h<d unb befonbere firäfte unb S()ätig=feiten in Slnfprud) nimmt, bie fid) ohne 9iad)tl)eil nicht mit einanber oermengen taffen(5Berfud)e, ben fDiäbdjen »äljrenb bed ®efd)id)tdunterri<htd in ber SSotfÖfdjute bad©triden ju ertauben, finb gänzlich midtungen). Sie ©chüter finb nicht burdjaud bie=felben, ba mandje nach ittlaßgabe ihrer tjäudtidjen Srjiehung oom Sefud) ber 3nbuftrie=fd)ute frei gelaffen »erben müßen; aud) bad Sintrittdalter ift oerfdjieben, ba bie SSotffcfd)ule ihre ©cßüler früher aufnimmt; ebenfo ift bie tBefcßäftigung ber Knaben unbÜDtäbchen in ber lieget ganz oerfchicben. 2Bad bie Sehrer betrifft, fo finb für bie9Jtäb<hen Sehrerinnen anzuftetten, bie toot)I nur in »enigen gälten ihre ©chüterinnenaud) in ber Sernfdjule unterrichten. *) Sie S3otfdfd)uttehrer aber, fo feljr ihnen iin aH=gemeinen ©achfenntnid unb Sntereffe für bie Uebungen in ber 3mbuftriefd)ule zu ttün=fdjen ift, fottten hoch mit bauernben unb anftrengenben Arbeiten an ihnen nid)t behelligt»erben, ba fie ihre ,3eit unb Sraft zu i^rem ©chulunterricht unb ihrer perfönlicßengortbitbung gar »ob)t brauchen unb ihnen nicht zugemuttjet »erben fann, baff fie ingeroerßticßen unb tanbtoirthfdjaftlidjen Singen mit alten Üttanipulationen oertraute unbZum Unterrid)t befähigte Sedfnifer feien.

5 ) Ser Sernfdjute, bie ein unmeßbared Dbject oor fid) i^at unb an bie mit betngortfchritt ber 3eit immer größere Slnfprüche gemad)t »erben, barf »eher 3 e ^Sraft gefdjmalert »erben, »enn fie ihrer hohen Stufgabe genügen fott, bem bürgerlichenunb tird)tid)en ©emeinmefen »oht oorbereitete ©lieber zu erziehen. Stm »enigften barfbie religiöje Silbung, bie fefte ©rünbung in ©otted Sßort unb ©eift, bie fromme,fürd e»ige Seben reifenbe ©harafterbilbung ber Stolfdjugenb oerfäumt »erben unb biedeben auch im Sntereffe ber Snbuftrie. Senn »enn zufolge tüchtiger tßorbitbung Sanb=»irthfcßaft unb ®e»erbe noch 1° tationett betrieben »erben unb blühen, ber Arbeiteraber auf»äd)öt ohne ©ottedfurcht, ®e»iffenljaftigteit, Shrlichfeit, SIrbeitfamfeit unb @£=horfam gegen götttidje unb menfd)tid)e Drbnung, fo »irb bad ganze materielle ©ebaubeim kleinen »ie im ©roßen auf einem Sutfan aufgerid)tet, ber beim nächften Studbrud)alte feine Stnfiebter zu üerfd)tingen brot)t. Slber fo »enig atd bie fittlid)=retigiößSitbung barf bie intettectuetle, namentlich nach ber ÜJiaturfeite t)iu, oerfümmert »erben,unb z'oar »ieberum im Sntcreffe ber praftifc^en ^Berufsbildung. Sttfo immerhin tealeSöitbung bed SJottdfcßüterd, fooiel bie firaft ber ©chüter unb Sehrer oernünftigermeife

*) 3n SBürttemberg ift bteä neuerer Seit nicht feiten, unb eS geßt ba ant eßeften an, »o bieSeßrerin ißre Äraft bei bem @d)ulunterrticbt nid)t aUjufe^r in Infprud) genommen fießt; ßat f«aber j. 58. eine zahlreiche Gtlementarclaffe zu unterrichten, bann »irb burd) ben nebenher gehenbettSnbuftrieunterricht ißre ©efunbßeit gefätjrbet. ©ie Dieb.