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3 (1880) Göthe - Kindheit
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^ubfoibimlität.

Jüngling unb SDfann, tote e§ fo häufig oorfommt, nadlet nid)t Ratten, toaS ffitttb unb®nabe oerfßrodjen Ratten, $ößfe »00 mittlerer Begabung tocrbett einer gleichmäßigenSludbilbung in ben oerfdjiebenen Unterrichtsfächern in ber Sieget am leidjteften fid) fügen.STritt auch bei ihnen eine beftimmtere Neigung Ijeroor, fo ift biefe um fo mehr ju un=terftü^en, als bie greube beg ©elingeng fie ermuntern toirb, toa§ baS latent irrtenoerfagt, burd) um fo größeren Eifer jn erfefsen. SDieift aber toirb ber Srsieljer ftdjbarauf befdjränfen mäßen, fie nid)t baburdj ein für alte mat aug ber aud) ihnen oor=gejeidjneten, aber noch nidjt bestimmt erfennbaren Bahn ju lenüen, baß er ihnen gerabebaS »orsuggtoeife sumuttjet, toojit fte oonSIatur toeniger berufen finb. ©erabe bem rechteifrigen fietjrer toiberfäljrt eS leidjt, baß er fein Unterriddgfad) als ba§ oor allen toidj=tige and) oor allen jur ©eltung ju bringen fudjt: ber^itotoge toitt tauter^ilologen,ber ÜDiatljematifer lauter Süattjematifer bitben. ES feilten aber nicht bloß bie üeljrer,fonbern. auch bie ©djulen bie humaniftifdjen auf ber einen unb bie realiftifdjen aufber anberen ©eite Ijinlänglidje ©elbftoerläugnung haben, um aud) bie auf iljreneigenen Beruf nicht htnfü'fjrenbe Snbioibualftät in ihrer Berechtigung anjitertennen. @6toürbe bann 3 . B. ber $ad nicht fo oft oorfommen, baß foldje 3bgtinge bie Slfdjembröbet beS ©tjntnafiumg finb, toeldje, fobatb ihnen auf ber Uniüerfität geftattet ift, ihrerSteigung 3 U SDiathematif unb 3 U ben Siaturtoiffenfdjaften ju folgen, bie ©djoßlinber einereinfeitig f)h^ D ^ 0 9^ ( h en Bilbung toeit hinter fid) jurücflaffen; toomit toir übrigeng bemburdj nichts 3 U erfefcenben eigenthümlicfjert Sßertlj ber humaniftifdjen Bilbung in feinerSffieife 3 U nahe treten tooßen. Unb fetjr treffenb fagt Q. fßaul: »2öir toürben biefenCebenSgeift, biefe Snbiüibualität metjr 3 U achten unb 3 U fdjonen toiffen, träte er überallfo ftarf bor, atg im ©ente! Sßirb aber einer SDtittelnatur bie Urfraft gebroden:wag fann ba fommen unb bleiben, atg etoigeg 3rren in fid) felber umher halbeSladjaljmung toiber fid), nidjt aug fidj, ein fdjmarohenb auf einem fremben SBefen le=benber SBurm, bag Sladjfpiel febeS neuen BorfßielS, ber Unecht jebeS nahen BefeI)lS?3ft ber SJtenfd) einmal aug feiner Dnbioibualität herauggetoorfen in eine frembe, fo iftber jufammenljattenbe ©djtoerßunct feiner inneren SBelt betoegtid) gemacht unb irrt barinumher, unb eine ©djtoanlung gehet in bie anbere über." Unb barurn ergehet an benErsieljer bie gorberung, aud; oon ben Steinften feinen 3 U ärgern baburdj, baß er fie»auS ihrer ffrtbioibualität herauStoirft". 2lud) bei geringer Begabung toirb eine fort»gefegte aufmerffame Beobadjtung bodj im ©tanbe fein, eineSlidjtung 31 t entbecfen, toeld)ebie ber Eigentljümlidjfeit beg ^öglingS entfßrechenbfte ift, unb toenn biefer angeteitettoirb, toenigfteng nadj biefer ©eite hin ettoaS braudjbareg 3 U teiften, fo ift barnit feinerinneren Befriebigung, toie bem Bortljeite beS ©ansen am beften gebient. ®aS 2Befent=lidje über bie bibaltifdje Beljanblung ber Snbioibualität faßt Duintilian in ben ©ah3 ufammen, toomit er feine Bejüglidje Erörterung fdjtießt: (II, 10 )Zweierlei ift ^ier=bei gättjlid) su oermeiben, bag erfte, baß man nichts oerfudje, toaS fidj nidjt ertoirfenfäßt; baS anbere, baß man nicht einen oon bem, toa§ er fdjon gut oerfteljt, 3 U etwa?anberem, tobsu er toeniger befähigt ift, ablenfe."

S)ie inbioibueden Berfdjiebenljeiten, toetdjc meljr ber Erstellung im engeren ©inne,im Unterfdjieb oon bem Unterrichte, sufaden, toie bie Eigentfjümlidjfeiten beg Semßera=menteg, ber oorfjerrfchenben ©elbfttljätigfeit ober Emßfänglidjfeit u. f. to., finb bereitsoben in bem Slrtifel Beobachtung (©. 570) jur ©ßradje gebradjt toorben. 3nbember Ergieher fidj Bemüht, bie inbioibueUe Eigenthümlidjfeit auch in biefer Siücfficht ba=oor 31 t betoaljren, baß fie nicht in Einfeitigfeit auSarte, unb baS ©leidjgetoidjt in bemZöglinge Ijersufteflen, toeldjeS biefen befähigt, auch ber Sigenthümtidjfeit anberer gerecht3 U toerben unb im 3 u fmnmentoirfen mit biefen am Sieben ber Oefammfheit als orga=nifcheS ©lieb theifsuneljm#«, muß er oor adern oon bem ©runbfafje fi<h leiten taffen,baß baS re^te SJfaß nidjt Ijersufteden ift burdj ^nrüdbrängung ber oorljanbencn unbbereitg enttoicfelten ®raft, fonbern burch §eroorbifbung ber entgegengefehten. Einelebhafte unb fräftige ©efbfttljätigfeit 3 . B. ift nidjt an fid) oertoerflidj, fie ift nur burchSrtoedung einer lebenbigen Emßfängli^leit möglidjft in baS rechte ©teidjgetoidjt 3 U