3nbtotbualität.
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fittut bet ©flaoerei bte Snbioibualität in intern ^ettigften SKedjte auf baS tieffte oer=legt »erben fonnte; fonbetn aud), toie einerfeitS bie fgartanifcbe Erjiehung burd) bie»orwaltenbe’iKüdficht auf ben ©taatSjtoed aud) ben gto»n nid)t jur gebül)renben grei=^eit bet inbioibueHen Enttoidlung gelangen ließ*), nnb baß anbererfeitS »o, »ie inSitten, ber Staat bie .ßügel minber ftraff anjog, bie inbioibuefie Freiheit in Ungebun=benljeit unb SBiHfürlichfeit auSartete. ®aS E l) r i ft e n 11) u nt, »ie eS erft nad) betSfufnaljnte ifraelitifcher unb heHenifdjer Elemente in feinet ooHen Sraft unb 335irffam?ettftd) entfaltete, Begrönbete auch juerft baS richtige Verhältnis jtnifd)en bem allgenteinen®efeg unb bet Snbioibualität unb wahrte Stedjt unb ipflidjt bet leiteten auf gleiteI Sffieife. 2lm ooHfommenften [teilt jenes Verhältnis in bem Srlöfer felbft fidj bar unbbie gormel bafür gieBt et unS burd) baS einfadje SBort (Sol). 10, 30): ,,3d) unb betSätet ftnb SinS." SDarnad) foK baS ©efeg bet Snbioibualität nid)t mel)r auf eineiljte freie Entfaltung oielfältig befdjränfenbe Sßeife äußerlich gegenüber [teilen, fonbetnbaS fßrincig unb bie innerlid) treibenbe Sraft beS inbioibueHen SebenS felbfl »erben;unb anbererfeitS foH baS inbioibuetle Sehen nid)t mef)r in fubjectioe SBiHfür auSarten,fonbetn eS foH bie toaste ^rei^ieit in ber freien Uebereinfthntnnng mit bem göttlichen| @efege fudjen, gleichwie EhriftuS oon [ich fagen lonnte (Sol). 4,34), baß eS feine ©peife,
j b. h- baS eigenfte VebürfniS feines natürlichen inbioibueHen SebenS fei, baß et ben
SBiHen feines VaterS tl)ue. ^Demgemäß oerbinbet ber 2l:poftel fßauluS mit ber 9lner=feunung bet mannigfaltigen ®aben bie gotbetung, baß Ein ©eift in aHen wirfen müße(l.Eot. 12,4), nnb et begrünbet 9fed)t unb bßflidjt bet Snbioibualität in einer Sßetfe,au toeldje nid)tS, toaS baS Sllterthum barüber gefagt hat, aucg nur entfernt hinanreicht,wenn et fagt(9fom. 12,4—6): ( ,@lei<her SBeife, als mit in einem Seihe niele ©lieber| haben, aber aHe ©liebet nidjt einerlei ©efcfjäfte haben; alfo ftnb tuir oiele ein Seih inEljrifto, aber unter einanber i[t einet beS anbeten ©lieb, unb haben mancherlei ©abettnach bet ©nabe, bie unS gegeben ift." gmtächft bie djrifttiche ©emeine, bann aber auchbie oon biefet auS gtt heiligenbe gefammte fDlenfd|l)eit, ift hiermit als ein CrganiSmuSbargefieHt, in toelchem burdj bie gegenfeitig ftd) unterjlügeube nnb etgättgenbe &hätigfeitber oon ©ott mit eigentümlicher Segabung auSgeftatteten Snbioibuen baS göttlidje®efeg ju [tetS ooHfontmenerer Vertoirflid)ung gelangen foH. Sßeitläufiger führt fßauluSbenfelben ©ebanlen im 12. Eaßitel beS 1. SöriefeS an bie ®orintl)er (iß. 4—33) auSunb [teHt bann im folgenben Eafntel baS ißrincif) biefeS neuen inbioibueHen unb gemein=famen SebenS auf: an bie ©teile bet furcht, »eiche bem äußeren ©efege ftd) beugt,muß bie Siebe treten, »eldje baS ©efeg in ben eigenen SBiHen aufnimmt unb ^gleichber Eigenthümlidjfeit anberer bie offenfte Emßfänglidjfeit jutoenbet. ÜDiefen neuen ®runb=fagen entfgrach benn aud) baS neue Sehen innerhalb ber d)riftli<hen ©emeine. Segt erftfam baS fRecgt ber fßerfönlichfeit ju ooHer Slnerfeitnung, »aS für bie Erjiehung baburd)befonberS frud)tbar »urbe, baß nun aud) baS SBeib in bie ihm gebüljrenbe ©teHungeintreten burfte: ber fpaud) hefiger SJtutterliebe »eihte bie Familie ju ber ©tätte, aufWelcher bie Snbhnbualität bie red)te pflege unb Enttoidlung ftnben fonnte (ogl. SBiefe,®ic ©teHung ber grauen im Ehriftenthum, ©. 11 ff.) SEBemt bann bie römifche Sirdje,nicht ohne gefd)id)tlid)e Veredjtigung, ben altteftamentlichen ©tanbpunct »ieberherfteHte,weldjer ben Segriff ber Erjiehung in ben ber 3u<ht itn engeren ©inite aufgehen läßt;fo lag bod) gerabe in bem germanifd)en ©tamme, welchem biefe $ud)t ooräugSweifegalt, bie Senbens, baS 9fed)t ber Snbioibualität ju wahren unb babei jugleid) baS ge=bührenbe SDtaß ju halten, ©ewiß mit Stecht hat man als bie Eigenthümlichfeit beSbeutfchen ©eifleS biefeS bejeidmet, baß in ihm baS ©emüth befonberS heroortrete, inWelchem, »te bemerft, bie Snbioibualität in ihrem innerften SBefen [ich felbft gufammem
*) ®aß biefe Einfeitigfeit bem ©ortöntuä ttt ber ®I)at eigen gewefen ift, fann ©tot) (a. a.0. ©. 143) burch Sßettoeifung auf D. IDtüller um fo weniger wiberlegen, als bei aller Slnerfenmragber unbefirittenen Sßerbienfte biefeS ©eiehrten boih feine Sbealiftrung beS IDoriSmuS bon anberettSorfcgetn Ifingft auf baS rechte SUiaß jurüdgeführt worben ift.