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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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690 3nci|»ettj.

linge fid) ^eranBtlben, ßefcfiaffen firib. ® bie fcientiftfd)e 93ilbung ber 3ögtinge ineinem wohleingerid)teten ©erninar, beffen Se^rer für bie einseinen Unterrichtsfächer fpe=rififd) Befähigt finb, nad) 3luSbeI)nung unb ©rünblidjteit weit mehr geförbert werbe,als burd) bie Unterweifung eines SDZufierle^rerSber, wenn aud) überhaupt tüchtig,bod) feiten, wie man fagt, in alten «Sätteln gerecht ift, unterliegt feinem 3toeifel.dagegen gemährt baS ©eminar, wenn aud) eine UeBungSfdjule mit bemfelBen OerBunbenift, bem eingelnen 3 ögüng *®egen ber SRaffe berfelBen gu wenig ©elegenljeit, fid^ praf=tifd) im ©djuthalten gu üBen, wäl)renb ber Sncipient einen großen S^eil feiner £eitin ber Schute gubringt, bie SJtethobe feines ÜJteifterS burd) Stug unb Dfir fennenlernt unb Balb aud) uad) beffen Anleitung eingelne UeBungen mit fleineren 9lBtf)ei=lungen Bornimmt. ©0 eignet er fid) allmählich eine praftifd)e üioutine unb 2lnfteKig=feit an, Bermöge weldjer er nad) bem (Syarnen nid)t als Neuling in bie ©d)ule eintritt,fonbern in ihr als einer wohlbefannten ©f^äre fit^ Bewegt.

2 Bäl)renb ferner im ©eminar allgemeine formen unb ißrincipien in unterridjtlic^erunb ergie^tidjer £>infid)t maßgebenb finb unb eS fdjwieriger ift, ben eingelnen 3ögtingje nad) feiner 3 nbioibuaIität angufaffen unb ju leiten, fann ber ÜJIufierleljrer feinenjehrling concreter unb inbiBibuetfer Behanbeln unb je nad) feiner gaffungSfraft oberfeiner BorI)errfd)enben Neigung gu emgelnen SbiSci^Iinen ober feiner et^ifdjen 33efd)affen=heit Bitben unb ersiehen. ®agu fommt ber SSort^eil ber größeren ©infadjheit berfeinem fpäteren ^Berufsleben angemeffenen 25erf)ältniffe, ber SSort^eil einer Strt Bongamilicnergiehitng, Wenn ber 3°gU n g>G u f e feines Se^rerS auS= unb eingel)t,ber 53ewal)rung Bor manchen fittlic^en ©efahren, welche baS 3 u f ammei rtU)en einergrößeren 3 af)I BDlt jungen Leuten im ©efolge Ijat, ber ,®ewöl)nung an 9lnfprudjtoftg=feit, 23efd)eibenljeit u. f. w.

®iefe günftigen SRomente werben aBer nur bann eine Ijeilfame grud)t tragen,wenn ber SSRufterlehrer feinem ^Begriffe in fittlid)=religiöfer, fcientififcher unb praftifdjer33ejie^ung entfpridjt. 3war fod 3 . 93. in SßürttemBerg (Sonfift. = (Sri. oom 5. Ipril1842) bie @rmäd)tiguug 3 ur 33ilbung oon ©d)uIamtSgöglingen nur ©d)ultehrern er=tljeilt werben, weldje burd) eine mufterl)aftc ©cf)ule, grünblidxe ^enntniffe unb burd)ftttlidj=reXigiöfe 93ilbitng fid) bagu Befähigen, unb unter umfaffenber ^Darlegung beSSefwflanS, weld)en fie Bei ihren 3ägüngen Befolgen wollen, fowie unter 9lngeige berein 3 elnen fpülfslel)rer, welche an beffen 9luSfüI)rung theilnel)men, unb ihrer Se^rfädjerbarum anfud)en. 2 lud) ift bie näd)fte Sluffic^t über ben gleiß, bie gortfdjritte unb biefittlid)e 9luffü^rung ber 3°8Ünge neben bem HRufterlehrer bem 0rtSgeiftIid)en, welkeraud) bie Einhaltung beS iiehrplanS 3 U überwachen t)at, übertragen. 3nbe8 ift biegrößte ©djwierigfeit immer bie 2 luffinbung gan 3 tüd>tiger SRufterlehrer. 5Diand)e, biefid) bagu qualificiren würben, ^aBen entweber feine Suft, ober fie finb burd) bie ©<hul=arBeit neBflßrioatftunben fo in Slnfprud) genommen, baß fie 3 U jenem ©efdjäft feine 3 eitfinben. SDiandje 3°glinge wollen 3 ur 93ermeibung größerer Soften ihre 93or6ilbung8=geit an i^retn ©eBurtSorte subringen, unb eS muß, um biefelben bem ©djulftanbe juerhalten, bem im Drte Befinblidjen ©d)ulmeifter bie Srmä<3)tigung gur Silbung ber=felben erteilt werben, aud) wenn man in feine 23efäC)igung nid)t bie ooÜe 3 ubet f l ^ tfeigen fann. Slnbere erbieten fid) 3 U folcbem ©ef^äft metjr um beS ^^nw-en ©ewinneSwillen, ben 34 3öglinge il)nen Bringen, als auS innerem 33erufe. ®a fefilt eS beimfjäufig an ber gewiffenl)aften Unterweifung ober UeBerwatBung, unb ftatt grünblid)er,fowofil bie £B coi: ' e Unterrichts unb ber Srgiehung als bie Realien umfaffenben^enntniffe, ift eS oft nur ein oBerf(äd)Iic 6 eS, gang fragmentarifdjeS SBiffen unb einemedjanifdje gertigfeit im ©djulhalten, was bie 3 B gUnge baoon tragen, geljlt eS babeinod) an ber SJiitmirfung eines tüchtigen @eiftlid)en, fo ift eS mit ber Kenntnis ber93i6el unb ber @laubenS= unb ^flid)tenlel)ren oft fdjlimm BefteHt. ©elbft bie ©ittli«B :feit leibet nicht feiten ©djiffbruch burd) ben Umgang mit ber rohen unb auSfd)»ei=fenben Bäuerlichen -Qugenb.

fRach 93orfteI)enbem fann alfo bie Silbung Bei eingelnen ©djulmeiftern nur unter