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3 (1880) Göthe - Kindheit
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£umfioIbt, ®arl SBill). ö. |

ober traurig, menn ber SDtenfdj bis 3U feinem ®obe fid> mit ®ingen befdfäftigt oberbefdfäftigen muß, toetc^e 3U biefem böd)ften 3iele ber ©etbftbilbung unb bamit ju bemEmigen in ber geitlidjfeit in leiner unmittelbaren Sesietjung (leben. Sei feiner 2 tn=fdjauungSmeife mußte er eS als bic glüdlidjfte Rügung greifen, baß er nad) feinemnotfjmenbig gemorbenen fRüdtritte aus bem ©taatsbienft fein Sieben in ißhtße befd)ließenburfte, toie er eS angefangen batte. SBir traben bereits angebeutet, mie meit biefe ISRuße entfernt mar oon einem dolce far niente ober einem abfidjtSlofen ©idjgebentaffen.

®ie ffbeate unb fßläne ber Sugenb, meld)e er mit einer &reue bema^rt batte, mie ftenur einem in fid) fo ftaren unb felbftbemußten ©eifte möglid) ift, gebieten nun juvSluSfüljrung unb Steife. Smmer batte er feinen beftimmten 3 med »o* Slugen unb

biente ilpn mit ber regetmäßigften, gemiffenbafteften unb angeftrengteften Strbeit, and) |in biefer Sejie^ung baS ÜDtufter eines burd) unb burd) biSciptinirten ©eifteS. ®ieKlarheit über fidj felbft unb über feine Stufgabe ruhte sugleidj auf einer ernften religiöfen©runbftimmung feines SBefenS. ES oerfteljt fid) bei ber Silbung feiner ßeit, beten j

$inb er mar fo gut, mie ©oet^e unb ©editier, baß biefe Steligiofität nidjt oerbunben j

mar mit einer bemußten Aneignung ber fpecififdj djriftlidjen ©runbgebanfen. Slber ebenbarin fdjon, baß er in bem innerften ®erne ber ffnbioibualität, mo ber enblidje ©eiftmit bem unenblidjen fid) berührt, ben eigentlidjcn ©djmerpunct beS menfdjlidjen Sehendfanb, lag gegenüber bem beibnifchen SBefen eine SBirfung beS c^rifttidjen bfSrincipS,gegenüber ber antifen Sffielt eine Dppofition beS ju bem Ebriftentbum i' 1 natürlicherSermanbtfdjaft fte^enben beutfdjen ©emüfljeS. ®ie tiefe -Snnertidjteit unb ber fittlidie©ruft feines ganjen SBcfenS, oerbunben mit ber auSgebreitctften Kenntnis ber gcfd)id)t=lieben SBirtlidjfeit unb ber liebeooKften Slnerfennung jeber eigentbümlid)en SebenSäußerung !jin berfelben fieberten i^n gegen bie Slrt, mie 3. S. ©oetbe eine 3 eitlang feines f?eiben= l|tbumS fid) rühmen unb feine Slbneigung gegen unooflfommenc ErfdjeinungSformen bedEbriftentljumS 3U einer Sertennung biefeS felbft fteigern tonnte, mie gegen ben albgemeinen loSmopotitifdjen unb religiöfen EntbufiaSmuS, beffen Serfünber ©djißer 3m :meilen mürbe, unb eS tonnte bem ©taatSmanne, metdjer baS 9 tcd)t ber freien ^ 5 erfön=tid)teit beS Emgelnen auf baS fräftigfte oertrat, nicht entgehen, mie meit feine Senbenjenoon einem ©taatSleben abfübrten, beffen fdjönfte Entfaltung boib immer bie ©claoerei3um buntein güntergrunbe butte. Sin fp.S Seifbiel läßt fid) jene fides implicita nad)= jjmeifen, melcbe auch ber fßroteftant gelten taffen fann unb weldje barin beftet)t, baß betoon ben berrfd)enben tirdjlidjen formen Unbefriebigte bod) im ©runbe feines SSSefettS joon ber beiligenben unb befeligenben ®raft beS EbriftentljumS rnebr, als er felbft meiß,ergriffen ift, unb im Sehen bie beitfame Einmirlung biefer Sraft betätigt, menn eraud) in ber Sehre mit ben djriftticben ©laubenSfä^en fid) nod) nid)t 3ured)t3Ufinben oer= ;l

mag. UebrigenS fehlt eS aud) in feinen ©djriften nid)t an 3 eugniffen ber beginnenden j

felbftbemußten Slneignung beS ©runbgebanfenS beS EbriftentljumS ßDIt ber au 'feigenes Serbienft, fonbern auf bie ©nabe ©otteS gegrünbeteu Serföt)nung mit ©ott,menn aud) fein glüdlid) angelegtes iltatureß unb feine günftige äußere Sage ihn bie9 Jtad)t ber ©ünbe nid)t in ihrer gausen ©röße batte ertennen taffen, unb er baburd)nid)t 3ur toßen Energie ber Slneignung beS ErlöfungSprincipS unb überhaupt nidjt jufencr fernbaften, oottSmäßigen unb praftifdjen SMigiofität gelangte, metd)e SKänner, wieStein, Sinde, Slrnbt u. a. eigen mar. Ebenfo djarafteriftifdj als fdjön fagt er 0011t |[mat)ren ^rieben: »Er mirb geprebigt burd) baS alte Seftament, baS neue giebt erft bie |Soßenbung. ®aS aßein ift ber ^rtebe, ben bie SBelt nicht giebt, ein unübertrefflicher :SluSbrud! SßaS biefent Stieben angebört, ift oon ber SBelt, bem äußeren ©tüd unb I©enuß gefebieben; eS ftammt oon einer unfiebtbaren tDtadjt t)e^, aßein bie ©efinnung !muß im ©emütl) oorbanbeu fein, baß mau fein ganseS inneres Sßefen oon ber SBelttrennt, baß man nidjt auf äußeres ©lüd Slnfprud) macht, baß man nur bie l)°^ e©eetenrutje fudjt, bie auf bem Seben in ©emutl) unb innerem ©etjorfam, mie in einerflippenlofen ftißen 2 öafferfläd)e itjre Sidjerbeit fiirbet. ®ie bloße SluSübung ber fPflidjt Ireicht basu nicht bia? bie Unterorbnung beS felbftifdjen ®afeinS unter baS @efe(5 unö |