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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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234 ^amtoüer.

eigener 2Bal)t Iprifdje ©ebidfte non ©Ritter unb ©oetfte, fowie ®ratnen (®öfc »on Berli=gingen, ®eß, Smilia ©alotti u. a.), .fperber’S Sib gelefen unb erltart. ®azu tritt inben nteiften Slnftalten baS SDtittelhodjbeutfdje nad) bem Slementarbudje »on ©djabel unb^ohtraufd). ®ieS tuirb in Prima fortgefe(3t, unb gewöhnlich werben ißt). SBadernagel’S»Sbetfteine", bie Nibelungen, bie ©ubrun unb bie Slttswaljl ber SNinnefänger nonBoldmar gelefen; bie Seetüre »on ®ratnen »on Sefftng (Nathan), ©oetlje unb ©d)ißerroedjfelt bamit ab. Unb wie in aßen torßergeßenben Staffen getegentlid) einzelnes $urffenntniS ber Siteratur gegeben wirb, fo ift man ßier meiftenS bemüht, bie widjtigftengerieben, fo weit eS bie Bei'hältniffe geftatten, etwas eingeßenber zu beljanbeln, ohnebaff baju ein befonbereS Sel)rbud) benußt wirb. Sin biefe Seetüre fdjliefjen fid) meiftenSbie ®eclamationSübungen in ben unteren unb mittleren Staffen unb freie Borträge unbNeben über fetbftgemäßtte ober gegebene Sßemata in ben oberen. — ®ie ©rammatifbilbet, oon ber unteren ©tufe abgefeßen, im aßgemeinen feinen befonberen Sßeit beSUnterridftS, mit SluSnatmie ber fatßotifdjen Slnftalten, meiere biefetbe bis in Secunda feft=galten unb namentlich bie ©aßteßre auSfü'hrlid) beßanbetn. ®ie proteftantifdfen begnügenfid), baS Srforbcrtidje teils bei ber Seetüre unb ben Sluffaßen zu geben, tßeitS bei bem9Kittet§od)beutfd)en eine tiefere Eiufidjt »on bem ßiftorifeben ©tanbpuncte auS ju »er=mittein. — 2BaS bie Slnforbernngeit an bie Sluffäße betrifft, fo ßerrfdjt barüber wolfl imganzen jiemlidje Uebereinftimtnung, ba§ fie nur Neprobuctionen fein unb ihre Stufgabe inbem ©ebietc beS UnterridjtS (in ber Neligion, ®efd)id)te, ©eographie, Naturgefdjidfte unbbefonberS in ber Seetüre ber alten unb ber beutfdjen Slaffifer) finben foßen. 3n bieferSBeife, nimmt man an, werbe eS bem Sernenbcn niemals an ©toff fehlen, worauf bocfjjunädjft aßeS anfommt; unb fobann fitßre ißn bie Notl)Wenbigfeit, BefannteS in einerbeftimmt begrenzten Slufgabe zufammenzufaffen, unter bestimmte ®efid)tSpuncte zu orbnen,im einzelnen naßer zu »erfolgen unb z« entfalten, unb zu einem ©anzen z« geftatten,auf bem natürlichen SBege zu ber redeten Verarbeitung unb ®urd)bringung beS mit bem©ebäd)tniffe Slufgcnommenen. ber StuSfüßrung biefeS ©ritnbfaßeS l)errf(bt Wol)l nochnicht bicfelbe Ucbereinftitnmung, wie in ber Slnerfennung feiner Nidjtigfeit unb gwed:=mäjjigfeit. Dßne febodf bie Slbweühungen im einzelnen zu berüdfid)tigen, bürfen wir eSals felbftoerftänblid) annehmen, baff bie eigenen fd)riftlid)en Slrbeiten, weld)e unter bemNamen »on Sluffäßen in ben unteren Staffen »orfommen, nur in ber Nacherzählungbeffen, waS in ber @efd)id)te, in ben SNittfjeilungen über berühmte ÜNänner »orgetragenift, befielen fönnen. ©elbft bie Quarta geht im wefentlidjen nid)t über bie Stählunghinaus, wozu ber ®efd)id)tSunterrid)t unb bie Seetüre, fowie aud) wohl befonbere, in bieSlugen faßenbe Borfommniffe unb Sreigniffe ben ©toff bieten. ®ie Tertia hat neben berSrzahtung unb Befdjreibung bie Slufgabe, ben Inhalt eines ©tüdeS eines gelefenenSlaffiferS barjufteßen, gut beutfc£>e Ueberfebungen auS bemfelben zu geben, fid) auf ©runbeiner befonberen Beranlaffmtg in ber Briefform zu »erfuihcn, ein ©pridjwort, eine ©en=tenz, bie »orgefommen, burd) Beifpiele auS ber @efd)id)te zu erläutern unb aud) in gorrnber Slbhanbluttg Itrfacben ober SBirfungen einer befannten gefd;id;tlid)en ®h at fad;e bar=Zulegen. ®ie Slbhanblung ift bann befonberS Slufgabe ber oberen beiben Slaffen, unbZwar in ber burd) ben ©tanb^unct einer jeben bebingten ©tufenfolge, ohne febod) eineauS ben Queßen za fdjöpfenbe ^iftorifcC)e ®arfteßung, ben NadjweiS beS ©ebanfengangeSunb ber ©tieberung einer Nebe, eines ttyrifdjen ©ebidjteS, eines Sl)orgefangeS u. a. auS=Zufd)lie^en. ®en ©toff bieten meiftenS wot)t ^agen nad) beit Llrfad)en unb SBirfungen»on Sreigniffeit, wie fie in ber Seetüre ber alten Slaffifer unb im ©efd)id)tSunterrid)tbegegnen; baneben aber aud) bie in biefem Greife fid) haltenben, an einzelne 2hatfad)enunb SiuSfbrüdje fid) fnüpfenben Beweisführungen unb Beurtheitungen. Nationeße 2luf=gaben werben weniger bearbeitet. Slud) bie Shrie ift nid)t zu »ernadjläfflgen. — Beiben Sluffähen unb freien Bortrageit wirb auS bem ©ebiete ber Nl)etorif (mel)rfad) nad)Einleitung beS betreffenben Büd)leinS »on §offmann) baS bem ©d)üler ®ienli<he unbgörberliche mitgetl)eilt unb meiftenS bie inventio unb dispositio fleißig an Beifpietengeübt, wäljrenb bie elocutio bei ber Beurteilung ber fcfiriftli^en unb münbtidjen Sei=